Rundblick vom 28.08.
Gerald Heere, Finanzminister, hat bereits eine hohe Zahl von Widersprüchen niedersächsischer
Beamter gegen ihre Besoldungsbescheide registriert. Es sind nach Angaben von Heeres Sprecherin
34.008 Widersprüche für 2023 und 28.454 für 2024. Seit Wochen sorgt die Anweisung des Finanzministeriums für Streit, die zuständigen Behörden mögen über die Widersprüche entscheiden - sie also ablehnen. Betroffene Beamte müssten dann gegen die Ablehnung klagen, um ihre Ansprüche geltend zu machen. Bis Ende 2022 galt die Vereinbarung zwischen Land und Berufsverbänden der Beamten, die Widersprüche „ruhend zu stellen”, also erst nach einer seit Jahren ausstehenden Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über die niedersächsische Beamtenbesoldung darüber zu beenden. Zwei Beamte haben bereits geklagt, eine Beamtin der Stadt Bad Pyrmont und ein Akademischer Oberrat der TU Clausthal. Das Verwaltungsgericht Braunschweig hat im Fall des Oberrats das Verfahren „zum Ruhen gestellt” - also nicht endgültig entschieden, aber den Prozess angehalten. Der Beamtenbund und der DGB hatten Ministerpräsident Olaf Lies wiederholt aufgefordert, einen solchen Schritt von Seiten des Landes zu gehen, also das Problem nicht den Gerichten zu überlassen. Heeres Sprecherin erklärte nun, das Land habe für seine Beschäftigten - anders als die Stadt Bad Pyrmont und die TU Clausthal - noch über keinen der 62.000 vorliegenden Widersprüche entschieden. Das Landesamt für Bezüge und Versorgung habe auch keine Frist, innerhalb der über diese Widersprüche entschieden werden muss. Auf die Frage, ob das Land nach der Entscheidung des Verwaltungsgerichts Braunschweig seine Strategie ändern wolle, sagte Heeres Sprecherin, dass dies nicht geplant sei.