Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 490810 times)

Novus

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1050 am: 22.07.2020 08:53 »
Große Kreisstadt in finanzstarkem Landkreis.
Personalgewinnungsprobleme, da Entgelte nach TVÖD-Tabelle lächerlich sind im Vergleich zum Lohnniveau der freien Wirtschaft drumherum.
Anstatt bei der Gemeinde Bußgelder zu bearbeiten gehen die Jungs lieber Autoteile rumschleppen und die Mädels in die Auftragsannahme oder ans Service-Telefon großer Automobilkonzerne oder damit zusammenhängende Industriezweige. Verdienen dort leicht das doppelte und haben 35 h/Wochen.

Aber so wollen es die TVP!

Schokobon

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« Antwort #1051 am: 22.07.2020 09:57 »
Bezweifelst du, dass es eine Große Kreisstadt in einem finanzstarken Landkreis geben kann?
Oder bezweifelst du die vorherrschende Berufswahl junger Menschen in diesem Landkreis?

Oder habe ich deinen Beitrag nicht richtig zuordnen können?  ;D

Novus

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« Antwort #1052 am: 22.07.2020 10:02 »
Ich bezweifle, dass jemand lieber "Autoteile rumschleppt" also die vorherrschende Berufswahl :)

Und die pauschale Aussage das Lohnniveau sei lächerlich bezweifle ich nicht nur, ich halte sie für absolut unhaltbar. Teilweise mag das zutreffen, aber für Sachbearbeiter? Ich bitte euch...

Jockel

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« Antwort #1053 am: 22.07.2020 10:04 »
Autoindustrie + Zulieferer mit 5-7k ohne Studium ist die Montan-Industrie der 2020er... keine Zukunft. So wird dann auch das Gender-Pay-Gap geschlossen (welches im Osten kaum existiert und im Westen nur an den Automobil-Standorten).

Novus

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« Antwort #1054 am: 22.07.2020 10:07 »
Diese Jobs gibt es / gab es nur tief im Süden ... und nicht in Massen für alle. Echt jetzt wer die Einstellungstests bei Daimler und Co schafft der wäre eh nie in den öffentlichen Dienst gegangen...

Otto1

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« Antwort #1055 am: 22.07.2020 10:17 »
Diese Jobs gibt es / gab es nur tief im Süden ... und nicht in Massen für alle. Echt jetzt wer die Einstellungstests bei Daimler und Co schafft der wäre eh nie in den öffentlichen Dienst gegangen...

Und das ist ein Problem. Soll der öD nur die Reste nehmen? Das kann auf Dauer nicht gutgehen...

Novus

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« Antwort #1056 am: 22.07.2020 10:23 »
Najo, es lief doch die letzten 60 Jahre so, warum solls jetzt anders sein?  Wir leben numal nicht im Kommunismus, das bedeitet in der freien Marktwirtschaft wird immer mehr verdienen wer erfolgreich ist.

Man wählt ja auch nicht die Beamtenlaufbahn um beonders viel zu leisten oder große Risiken einzugehen... man wählt für die Sicherheit im Einklang mit der persönlichen Lebensplanung. Mir ging z.B. der Privatbereich immer vor ...

Spid

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« Antwort #1057 am: 22.07.2020 10:36 »
Wo gibt es denn diese freie Marktwirtschaft? Und inwiefern wäre der VW Bandarbeiter „erfolgreich“ und der Bauamtsleiter nicht? Und warum werden in den USA Regierungsjobs dann so gut bezahlt, um konkurrenzfähig zu sein?

Bastel

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« Antwort #1058 am: 22.07.2020 10:48 »
Najo, es lief doch die letzten 60 Jahre so, warum solls jetzt anders sein?  Wir leben numal nicht im Kommunismus, das bedeitet in der freien Marktwirtschaft wird immer mehr verdienen wer erfolgreich ist.

Man wählt ja auch nicht die Beamtenlaufbahn um beonders viel zu leisten oder große Risiken einzugehen... man wählt für die Sicherheit im Einklang mit der persönlichen Lebensplanung. Mir ging z.B. der Privatbereich immer vor ...

Anscheinend gab es auch mal bessere Zeiten:
http://oeffentlicher-dienst.info/tvoed/tr/2018/entwicklung2017.html

Novus

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« Antwort #1059 am: 22.07.2020 10:50 »
Welche Regierungsjobs in den USA werden denn so gut bezahlt? Sicher wenige genug, nicht jeder kann für die Bundesregierung arbeiten ...
Und dann wirds von Bundesstaat zu Bundesstaat sehr sehr unterschiedlich:

Stadtcherifs die nach verteilten Bußgeldbescheiden bezahlt werden?
Sachbearbeiter mit 30.000 Dollar pro Jahr?
Polizisten mit 43.000 Dollar Jahresgehalt?
Lehrer mit 35.000 Euro pro Jahr?
Bauingenieure mit Architektenausbildung mit 65.000 Dollar Jahresgehalt?

Ich sage nicht das ein Bauamtsleider mit E13 oder E15 nicht erfolgreich ist, ich sage lediglich wenn er Brücken mit einer eigenen Firma sanieren würde könnte er vier-fünfach verdienen. Tut er aber nicht, die Anstellung im ÖD passte besser in seine Lebensentscheidung.

VW wird mehr als 10.000 Stellen abbauen - allein MAN baut minimum 4.000 ab. Da gibts diese Stellen nicht mehr... der Bandschubser mit 4500€ Monatsgrundgehalt ist durch, das war einmal!

BAT

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« Antwort #1060 am: 22.07.2020 10:55 »
Wir haben gerade einen Kieferchirurgen im Rahmen der Quarantäne entschädigt. 30 K für 14 Tage! :D

Geht doch. Da sind doch unsere Zahnarztpaare, die früher für die Pflegekosten der Eltern herangezogen wurden mit jeweils 11 K im Monat Kleinverdiener.

P.S.: Wolfsburg ist nun vorne in Deutschland mit einem Durchschnittsverdienst von über 5 K im Monat. Durchschnitt!

Spid

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« Antwort #1061 am: 22.07.2020 11:02 »
Keiner der genannten hat einen Regierungsjob. Die US Bundesverwaltung hat ihre Entgeltstruktur darauf ausgerichtet, daß der erwünschte nahtlose Wechsel zwischen Privatwirtschaft und Federal Civil Service ohne Gehaltseinbussen möglich ist, weshalb sie einen sehr lebendigen und atmenden Personalkörper mit einer hohen Fluktuation zwischen Privatwirtschaft und Federal Civil Service gibt. Das macht den federal civil service of the United States of America nach den Feststellungen des UN ICSC zum "highest paid national civil service" weltweit.

Und wo ist nun diese freie Marktwirtschaft? Transnistrien?

Novus

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« Antwort #1062 am: 22.07.2020 11:08 »
Bundesbeschäftigte sind also in Regierungsjobs,
Angestellte der:
Länder,
Kommunen,
Countys,
Militär,
nicht?

Freie Marktwirtschaft - auf das Niveau dieser Frage lass ich mich nicht herab :)

Spid

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« Antwort #1063 am: 22.07.2020 11:16 »
Inwiefern sollten Angestellte des Militärs ausgenommen sein? Die dortigen AN gehören zum Fedral Civil Service.

Du brachtest die freie Marktwirtschaft in die Diskussion ein. Also, wo sollte es eine solche geben? Und warum wären dortige Verhältnisse relevant für die Diskussion?

Jockel

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« Antwort #1064 am: 22.07.2020 11:18 »
Keiner der genannten hat einen Regierungsjob. Die US Bundesverwaltung hat ihre Entgeltstruktur darauf ausgerichtet, daß der erwünschte nahtlose Wechsel zwischen Privatwirtschaft und Federal Civil Service ohne Gehaltseinbussen möglich ist, weshalb sie einen sehr lebendigen und atmenden Personalkörper mit einer hohen Fluktuation zwischen Privatwirtschaft und Federal Civil Service gibt. Das macht den federal civil service of the United States of America nach den Feststellungen des UN ICSC zum "highest paid national civil service" weltweit.
Mit den sichtbaren Ergebnissen für die Demokratie. Das will doch kein Mensch. Wenn in D mal ein Abteilungsleiter / StS aus einem Ministerium in die PW wechselt gibt es wochenlang Gezehter... ich halte das auch nicht für wünschenswert. Das würde den persönlichen Lobbyismus noch zum strukturellen addieren. Deutschlands Standortvorteil sind gerade die Oberamtsräte, die drauf pfeiffen, wer unter ihnen Staatssekretär ist. Noch mehr Private wie z.B. bei Frau v.d.Leyen bringt exakt solche Ergebnisse. Verwaltung ist ein Handwerk, was gelernt sein will.