Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 236955 times)

Romsen

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1005 am: 29.06.2022 15:23 »
Gott sei Dank bin ich von der Großstadt wieder in eine Kleinstadt gezogen. Könnte mir hier auch (alleine) Eigentum leisten. Ob ich das derzeitig will/muss und wenn ja was... Keine Ahnung.

Kann ich mir auch vorstellen, nur momentan nutze ich das kulturelle Erlebniswelt und die extrem gute Infrastruktur noch (zu) ausgiebig.

Kommt ja drauf an. Meine kulturelle Erlebniswelt finde ich auch in der Kleinstadt (>50.000 Einwohner) und in den umliegenden Städten. Andere Großstädte sind ca. 35-45 Minuten entfernt (mit Bahn, Auto ggf. schneller). Kann nicht meckern.

Flying

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1006 am: 30.06.2022 08:58 »

In Deutschland wollen sich viele aber auch einfach nicht binden und sind lieber frei, statt sich mit einer Immobilie (wie das Wort ja ausdrückt) am Bein rumzuschlagen. Ich finde es auch einen Fehler, aber jeder soll machen wie er will.

Wieso Fehler?

Das ist meine höchst subjektive - und wenn ich jetzt rechnen würde - auch sehr objektive Meinung. Aber jeder soll nach seiner façon selig werden. Es könnte so einfach sein - das Leben.

Eben genau das (das fett markierte) würde mich genauer interessieren :-)

Ich habe eine Mietwohnung in zentraler Lage in Berlin bei einer Genossenschaft, 3 Zi, 70m² für 350 € (!) kalt (Miete seit 11 Jahren nicht erhöht). Vergleichbare (m² und Lage) Wohnungen kommen aktuell ab mindestens 350 k (ohne Nebenkosten). Bin Ende 30. Würde sich hier auch ein Kauf lohnen?

Nach meiner Milchmädchen-Rechnung kann ich für 350 k plus 10% Kauferwerbskosten knappe 91 (!) Jahre meine Bude mieten...

Du bist da aber ja auch eher die Ausnahme als die Regel.
Wer günstig mietet, hat natürlich keinen Kaufmehrwert. Wenn die Mieten aber 1000+ Euro sind, dann sieht die Rechnung häufig anders aus.

Ich komme ebenfalls vom Land, bin Anfang 30 und fast jeder meiner Bekannten (inklusive mir) besitzt Eigentum. Das lässt sich bequem in 10-15 (vielleicht braucht auch mal wer 20) Jahren abbezahlen und dies zu günstigen Kreditzinsen.

Ist natürlich auch vollig subjektiv - ich bin absolut kein Großstadttyp und kann mir nicht vorstellen im 4. Stock zu leben und dafür tausende Euros Miete im Jahr zu zahlen (hab's ausprobiert). Da lobe ich mir doch meinen Garten

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1007 am: 30.06.2022 09:09 »
Richtig, bei der Miete hätte man sich eher für ein Vermietungsobjekt entschieden, als Backup, falls man doch aus der Wohnung muss. Die Rendite in den letzten 10 Jahren war da doch recht groß, als Alternative zu ETFs.
 

JC83

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1008 am: 30.06.2022 09:23 »

Du bist da aber ja auch eher die Ausnahme als die Regel.
Wer günstig mietet, hat natürlich keinen Kaufmehrwert. Wenn die Mieten aber 1000+ Euro sind, dann sieht die Rechnung häufig anders aus.

Ich komme ebenfalls vom Land, bin Anfang 30 und fast jeder meiner Bekannten (inklusive mir) besitzt Eigentum. Das lässt sich bequem in 10-15 (vielleicht braucht auch mal wer 20) Jahren abbezahlen und dies zu günstigen Kreditzinsen.

Ist natürlich auch vollig subjektiv - ich bin absolut kein Großstadttyp und kann mir nicht vorstellen im 4. Stock zu leben und dafür tausende Euros Miete im Jahr zu zahlen (hab's ausprobiert). Da lobe ich mir doch meinen Garten

Irgendwie überzeugt mich so ein Hauskauf nicht, finanziell. Bei einer Kaltmiete von 1 k dürfte auch eine Wohnung, je nach dem, etwas besseren Standard haben, demnach liegen wir hier wohl eher bei 500 k aufwärts (zzgl. Nebenkosten), d.h. auch bei diesem Beispiel kann 45 Jahre lang mieten...

Organisator

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1009 am: 30.06.2022 09:25 »
Irgendwie überzeugt mich so ein Hauskauf nicht, finanziell. Bei einer Kaltmiete von 1 k dürfte auch eine Wohnung, je nach dem, etwas besseren Standard haben, demnach liegen wir hier wohl eher bei 500 k aufwärts (zzgl. Nebenkosten), d.h. auch bei diesem Beispiel kann 45 Jahre lang mieten...

Muss es auch nicht. Ist Geschmacksfrage. Kaufen bindet mehr als Mieten und sorgt für mehr Eigenverantwortung.
Es ging glaube ich auch gar nicht darum, jemanden von dem einen oder anderen zu überzeugen sondern aufzuzeigen, dass kaufen für mehr Leute möglich ist, als sie glauben.

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1010 am: 30.06.2022 09:40 »
Irgendwie überzeugt mich so ein Hauskauf nicht, finanziell. Bei einer Kaltmiete von 1 k dürfte auch eine Wohnung, je nach dem, etwas besseren Standard haben, demnach liegen wir hier wohl eher bei 500 k aufwärts (zzgl. Nebenkosten), d.h. auch bei diesem Beispiel kann 45 Jahre lang mieten...

Muss es auch nicht. Ist Geschmacksfrage. Kaufen bindet mehr als Mieten und sorgt für mehr Eigenverantwortung.
Es ging glaube ich auch gar nicht darum, jemanden von dem einen oder anderen zu überzeugen sondern aufzuzeigen, dass kaufen für mehr Leute möglich ist, als sie glauben.
Richtig und das die Eigenheimquote in D höher sein könnte, wenn die Leute ernsthaft Eigenheim auf angemessenem Niveau haben wollen würden.
Für den einen Betongold, für den anderen Betonklotz am Bein.

Zumindest monetär wäre es der Masse möglich gewesen Eigentum zu erwerben (zumindest die letzten 20 Jahren, momentan in der Tat schwieriger).
Ich sage das unter anderem, weil ich in den letzten 10 Jahren dutzenden Freunden und Bekannte dabei unterstützt habe, davon locker die hälfte die geglaubt haben, sie können es sich (als Altenpflegerin etc.) nicht leisten.
Bis dato, hat es keine(r) Bereut. Aber abgerechnet wird zum Schluss.

JC83

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1011 am: 30.06.2022 09:50 »
Irgendwie überzeugt mich so ein Hauskauf nicht, finanziell. Bei einer Kaltmiete von 1 k dürfte auch eine Wohnung, je nach dem, etwas besseren Standard haben, demnach liegen wir hier wohl eher bei 500 k aufwärts (zzgl. Nebenkosten), d.h. auch bei diesem Beispiel kann 45 Jahre lang mieten...

Muss es auch nicht. Ist Geschmacksfrage. Kaufen bindet mehr als Mieten und sorgt für mehr Eigenverantwortung.
Es ging glaube ich auch gar nicht darum, jemanden von dem einen oder anderen zu überzeugen sondern aufzuzeigen, dass kaufen für mehr Leute möglich ist, als sie glauben.
Richtig und das die Eigenheimquote in D höher sein könnte, wenn die Leute ernsthaft Eigenheim auf angemessenem Niveau haben wollen würden.
Für den einen Betongold, für den anderen Betonklotz am Bein.

Zumindest monetär wäre es der Masse möglich gewesen Eigentum zu erwerben (zumindest die letzten 20 Jahren, momentan in der Tat schwieriger).
Ich sage das unter anderem, weil ich in den letzten 10 Jahren dutzenden Freunden und Bekannte dabei unterstützt habe, davon locker die hälfte die geglaubt haben, sie können es sich (als Altenpflegerin etc.) nicht leisten.
Bis dato, hat es keine(r) Bereut. Aber abgerechnet wird zum Schluss.

Dazu würde ich mich tatsächlich auch zählen, würde aber schon einschätzen, dass ich einen realistischen Blick auf die Dinge habe und, gemessen am Median, überdurchschnittlich verdiene.

Vllt. sollte ich mal einen Termin mit dir machen  :-* ;)

DiVO

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1012 am: 30.06.2022 09:50 »

In Deutschland wollen sich viele aber auch einfach nicht binden und sind lieber frei, statt sich mit einer Immobilie (wie das Wort ja ausdrückt) am Bein rumzuschlagen. Ich finde es auch einen Fehler, aber jeder soll machen wie er will.

Wieso Fehler?

Das ist meine höchst subjektive - und wenn ich jetzt rechnen würde - auch sehr objektive Meinung. Aber jeder soll nach seiner façon selig werden. Es könnte so einfach sein - das Leben.

Eben genau das (das fett markierte) würde mich genauer interessieren :-)

Ich habe eine Mietwohnung in zentraler Lage in Berlin bei einer Genossenschaft, 3 Zi, 70m² für 350 € (!) kalt (Miete seit 11 Jahren nicht erhöht). Vergleichbare (m² und Lage) Wohnungen kommen aktuell ab mindestens 350 k (ohne Nebenkosten). Bin Ende 30. Würde sich hier auch ein Kauf lohnen?

Nach meiner Milchmädchen-Rechnung kann ich für 350 k plus 10% Kauferwerbskosten knappe 91 (!) Jahre meine Bude mieten...

Würde sich hier auch ein Kauf lohnen? Im Prinzip nein, aber:

Du schreibst selbst, dass deine Miete durch die Genossenschaft seit 11 Jahre nicht erhöht wurde. Wer garantiert dir, dass dies in Zukunft auch so sein wird? Die Wohngenossenschaft an meinem Arbeitsort hat letzte Woche durch die Verbandsprüfung eine Rüge erhalten, weil sie ähnlich lange keine Mietanpassungen vorgenommen hat und die aufgerufenen Mieten nun deutlich unter dem Mietspiegel liegen und sie deshalb nun konsequent im Rahmen der staatlichen Vorgaben jedes Jahr eine Mieterhöhung durchführen sollen. Da ab August ein neuer Geschäftsführer kommt, gehe ich davon aus, dass er das auch so direkt umsetzen wird.

Wer garantiert dir, dass nicht auch hier ein Eigentümerwechsel stattfinden wird hin zu einer privaten Wohnungsbaugesellschaft, die die Mieten anpasst? Wie reagierst du auf Mietanpassungen nach Sanierung? Wie reagierst du darauf, wenn die Genossenschaft durch gezielte Maßnahmen versucht das Gebäude zu entmieten?

Wie du siehst geht deine Milchmädchenrechnung nicht ganz auf, auch wenn sie für den Moment gut ist. Freu dich darüber, dass du derzeit günstig wohnen kannst und genieße es.

Flying

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1013 am: 30.06.2022 10:10 »

Du bist da aber ja auch eher die Ausnahme als die Regel.
Wer günstig mietet, hat natürlich keinen Kaufmehrwert. Wenn die Mieten aber 1000+ Euro sind, dann sieht die Rechnung häufig anders aus.

Ich komme ebenfalls vom Land, bin Anfang 30 und fast jeder meiner Bekannten (inklusive mir) besitzt Eigentum. Das lässt sich bequem in 10-15 (vielleicht braucht auch mal wer 20) Jahren abbezahlen und dies zu günstigen Kreditzinsen.

Ist natürlich auch vollig subjektiv - ich bin absolut kein Großstadttyp und kann mir nicht vorstellen im 4. Stock zu leben und dafür tausende Euros Miete im Jahr zu zahlen (hab's ausprobiert). Da lobe ich mir doch meinen Garten

Irgendwie überzeugt mich so ein Hauskauf nicht, finanziell. Bei einer Kaltmiete von 1 k dürfte auch eine Wohnung, je nach dem, etwas besseren Standard haben, demnach liegen wir hier wohl eher bei 500 k aufwärts (zzgl. Nebenkosten), d.h. auch bei diesem Beispiel kann 45 Jahre lang mieten...

Klar - aber letztendlich ja auch eine Wertanlage. Nach 45 Jahren besitzt du immerhin ein Haus und hast im Alter ein sicheres Heim und/oder das Geld aus dem Verkauf.

Kommt halt alles auf Ort und Lage (und Glück) an. Ich habe nicht ansatzweise 500k bezahlt und müsste für die Miete eines solchen Objekts in unserer Gegend trotzdem an die 1000 Euro zahlen.

Ich habe immer wenig Verständnis für Leute, die in Berlin/München/Hamburg über ihre teuren Mieten klagen - denn dadurch, dass sie diese zahlen, sind sie ja auch ein Teil der Problematik. Auch dort gibt es Orte nicht weiter außerhalb, die deutlich günstiger sein werden - aber auch das ist natürlich Geschmackssache und ebenfalls jedem selbst überlassen.
Ich will aber weder dich noch sonst wen überzeugen - jeder darf/soll/muss seinen Weg gehen, den er für richtig hält.

JC83

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1014 am: 30.06.2022 10:11 »

Wer garantiert dir, dass nicht auch hier ein Eigentümerwechsel stattfinden wird hin zu einer privaten Wohnungsbaugesellschaft, die die Mieten anpasst? Wie reagierst du auf Mietanpassungen nach Sanierung? Wie reagierst du darauf, wenn die Genossenschaft durch gezielte Maßnahmen versucht das Gebäude zu entmieten?

Die Garantie gibt es natürlich nicht, würde aber gerade bei den Berliner WBG würde ich dem Lindy-Prinzip vertrauen, da meine Nachbarn sogar noch ein Stück günstiger wohnen, sprich dort sogar noch länger keine Mieterhöhungen stattgefunden haben.

Hinsichtlich Sanierungen (Dach, Elektrik, Sanitär, Dämmung) bin ich bei einem Haus mMn wesentlich härter betroffen; das geht in der Kombination in 100 k über die Zeit; solche Mieterhöhungen sind nicht zu erwarten und selbst wenn, stehe ich ja immer noch (finanziell) besser da mit der Miete.

WasDennNun

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« Antwort #1015 am: 30.06.2022 10:17 »
Irgendwie überzeugt mich so ein Hauskauf nicht, finanziell. Bei einer Kaltmiete von 1 k dürfte auch eine Wohnung, je nach dem, etwas besseren Standard haben, demnach liegen wir hier wohl eher bei 500 k aufwärts (zzgl. Nebenkosten), d.h. auch bei diesem Beispiel kann 45 Jahre lang mieten...

Muss es auch nicht. Ist Geschmacksfrage. Kaufen bindet mehr als Mieten und sorgt für mehr Eigenverantwortung.
Es ging glaube ich auch gar nicht darum, jemanden von dem einen oder anderen zu überzeugen sondern aufzuzeigen, dass kaufen für mehr Leute möglich ist, als sie glauben.
Richtig und das die Eigenheimquote in D höher sein könnte, wenn die Leute ernsthaft Eigenheim auf angemessenem Niveau haben wollen würden.
Für den einen Betongold, für den anderen Betonklotz am Bein.

Zumindest monetär wäre es der Masse möglich gewesen Eigentum zu erwerben (zumindest die letzten 20 Jahren, momentan in der Tat schwieriger).
Ich sage das unter anderem, weil ich in den letzten 10 Jahren dutzenden Freunden und Bekannte dabei unterstützt habe, davon locker die hälfte die geglaubt haben, sie können es sich (als Altenpflegerin etc.) nicht leisten.
Bis dato, hat es keine(r) Bereut. Aber abgerechnet wird zum Schluss.

Dazu würde ich mich tatsächlich auch zählen, würde aber schon einschätzen, dass ich einen realistischen Blick auf die Dinge habe und, gemessen am Median, überdurchschnittlich verdiene.

Vllt. sollte ich mal einen Termin mit dir machen  :-* ;)
Gerne.
Aber derzeit sieht es mau aus bei der Zinsexplosion.

Kaiser80

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« Antwort #1016 am: 30.06.2022 10:24 »

Aber derzeit sieht es mau aus bei der Zinsexplosion.
Ja und? Dafür gibt es endlich wieder Zinsen auf's Tagesgeld und Sparbuch... Oh doch nicht... :o
Konditionen meiner Hausbank...

unter 24.999,99 EUR = 0,000 % p.a.
25.000,00 EUR bis 99.999,99 EUR = 0,000 % p.a.
ab 100.000,00 EUR bis 499.999,99 EUR = 0,000 % p.a.
ab 500.000,00 Euro = 0,000 % p.a.

Bastel

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1017 am: 30.06.2022 10:33 »
Sei froh dass du keine Minuszinsen hast ;)

WasDennNun

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« Antwort #1018 am: 30.06.2022 10:39 »

Wer garantiert dir, dass nicht auch hier ein Eigentümerwechsel stattfinden wird hin zu einer privaten Wohnungsbaugesellschaft, die die Mieten anpasst? Wie reagierst du auf Mietanpassungen nach Sanierung? Wie reagierst du darauf, wenn die Genossenschaft durch gezielte Maßnahmen versucht das Gebäude zu entmieten?

Die Garantie gibt es natürlich nicht, würde aber gerade bei den Berliner WBG würde ich dem Lindy-Prinzip vertrauen, da meine Nachbarn sogar noch ein Stück günstiger wohnen, sprich dort sogar noch länger keine Mieterhöhungen stattgefunden haben.

Hinsichtlich Sanierungen (Dach, Elektrik, Sanitär, Dämmung) bin ich bei einem Haus mMn wesentlich härter betroffen; das geht in der Kombination in 100 k über die Zeit; solche Mieterhöhungen sind nicht zu erwarten und selbst wenn, stehe ich ja immer noch (finanziell) besser da mit der Miete.
Absolut richtig.
Wenn ich davon sprechen, dass sich mehr Leute Eigentum leisten können, als sie selber denken, dann heißt es ja nicht, dass sie dadurch eine gute (monetäre) Investition machen.

klar ist:
Wenn ich ein Objekt kaufe, die Kosten (Anschaffungskosten, Zins, Hausgeld/Investionsrücklage) ungefähr bei der entsprechenden Miete liegen, dann aber ich nichts davon im laufendem Betrieb, außer weniger Geld zum Leben.

Reibach wird nur durch die Wertsteigerung des Objektes bei Verkauf gemacht.

Als ich von meinem Haus, nach 10 Jahre und umfangreichen Sanierungen und diversen Jahren Selbstnutzung, eine Immobilienbewertung von Engels/Völkers habe machen lassen, da kam am Ende raus:
0€ Verlust 0€ Gewinn
Investitionen vs. Kosten vs. Mietersparnis vs. Finanzierung...alles pari
Also nur immaterieller Gewinn.
Das war vor ~9 Jahren. Jetzt ist der Wert des Hauses verdoppelt (ohne weiteren großartigen Investitionen).

leider bin ich noch nicht alt genug um das Haus aufzugeben ??? und außerdem was will man mit dem Bargeld.

Herbert Meyer

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1019 am: 30.06.2022 10:41 »

Aber derzeit sieht es mau aus bei der Zinsexplosion.
Ja und? Dafür gibt es endlich wieder Zinsen auf's Tagesgeld und Sparbuch... Oh doch nicht... :o
Konditionen meiner Hausbank...

unter 24.999,99 EUR = 0,000 % p.a.
25.000,00 EUR bis 99.999,99 EUR = 0,000 % p.a.
ab 100.000,00 EUR bis 499.999,99 EUR = 0,000 % p.a.
ab 500.000,00 Euro = 0,000 % p.a.

In der Stiftung Finanztest die Prognose gelesen, dass eine nennenswerte Zinserhöhung auf Tagesgeldkonten erst in zwei bis drei Jahren zu erwarten ist - sofern die EZB ihren Kurswechsel beibehält.