Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 489276 times)

flip

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3150 am: 11.10.2022 07:59 »
Wenn schon die Erhöhungen in solchen Entgeltverhandlungen nur mittelmäßig ausfallen, sollten sie nicht noch ungerecht, nämlich zu Gunsten der unteren Entgeltgruppen, verteilt werden.
Wenn ich jetzt für ein Kilo Zucker 1,29 statt 0,69 zahle, dann zahlst du mehr? Die Preise sind für alle gleich.
Bezogen auf das Thema "Tarifverhandlungen und die Inflation " sehe ich keinen Grund, warum ich nur 250 und du 500 € mehr Gehalt bekommen solltest!

Bastel

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3151 am: 11.10.2022 08:00 »
Wenn schon die Erhöhungen in solchen Entgeltverhandlungen nur mittelmäßig ausfallen, sollten sie nicht noch ungerecht, nämlich zu Gunsten der unteren Entgeltgruppen, verteilt werden.
Wenn ich jetzt für ein Kilo Zucker 1,29 statt 0,69 zahle, dann zahlst du mehr? Die Preise sind für alle gleich.
Bezogen auf das Thema "Tarifverhandlungen und die Inflation " sehe ich keinen Grund, warum ich nur 250 und du 500 € mehr Gehalt bekommen solltest!

Natürlich gibt es dafür einen Grund. Ansonsten verdienen irgendwann alle gleich viel. Hat in der DDR und bei den anderen roten Unrechtsstaaten ja sehr gut funktioniert.

Kryne

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3152 am: 11.10.2022 08:06 »
Wenn schon die Erhöhungen in solchen Entgeltverhandlungen nur mittelmäßig ausfallen, sollten sie nicht noch ungerecht, nämlich zu Gunsten der unteren Entgeltgruppen, verteilt werden.
Wenn ich jetzt für ein Kilo Zucker 1,29 statt 0,69 zahle, dann zahlst du mehr? Die Preise sind für alle gleich.
Bezogen auf das Thema "Tarifverhandlungen und die Inflation " sehe ich keinen Grund, warum ich nur 250 und du 500 € mehr Gehalt bekommen solltest!

Wieso redest du von absoluten Zahlen ?

Bleib doch bitte einfach mal bei Prozenten.

Wenn ich ein 5% Lohnplus bekomme, warum solltest du dann ein 8% Lohnplus bekommen ?


Bastel

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3153 am: 11.10.2022 08:09 »
Vermutlich überfordert ihn das Prozentrechnen...

Rumo1895

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3154 am: 11.10.2022 08:22 »
Dann könntest du ja ne Gewerkschaft für Leute "mit Studium" machen.

Naja - im Prinzip ist das genau das was die Spartengewerkschaften gemacht haben (im Marburger Bund sogar genau das). Die Folge war das der DGB (und Verdi vorne weg) die Politik zum Tarifeinheitsgesetz genötigt haben.

Ist halt ärgerlich für die klassischen Gewerkschaften das "der starke Arm" heute eben nicht in der Masse der Malocher sondern in speziellen Nischen zu finden ist.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3155 am: 11.10.2022 08:26 »
Wenn schon die Erhöhungen in solchen Entgeltverhandlungen nur mittelmäßig ausfallen, sollten sie nicht noch ungerecht, nämlich zu Gunsten der unteren Entgeltgruppen, verteilt werden.
Wenn ich jetzt für ein Kilo Zucker 1,29 statt 0,69 zahle, dann zahlst du mehr? Die Preise sind für alle gleich.
Bezogen auf das Thema "Tarifverhandlungen und die Inflation " sehe ich keinen Grund, warum ich nur 250 und du 500 € mehr Gehalt bekommen solltest!

Wieso redest du von absoluten Zahlen ?

Bleib doch bitte einfach mal bei Prozenten.

Wenn ich ein 5% Lohnplus bekomme, warum solltest du dann ein 8% Lohnplus bekommen ?


Arbeitnehmer A hat im Zeitpunkt X ein Tabellenentgelt von 1000 €.
Arbeitnehmer B hat im Zeitpunkt X ein Tabellenentgelt von 2000 €.
Der Abstand beträgt 1000 €, also 100%.
Beide erhalten zum Zeitpunkt Y eine Steigerung von 10%. Die Inflation betrage auch 10%.
Arbeitnehmer A hat im Zeitpunkt Y ein Tabellenentgelt von 1100 €.
Arbeitnehmer B hat im Zeitpunkt Y ein Tabellenentgelt von 2200 €.
Der Abstnd beträgt nun 1100 €, das sind immer noch 100%. Er ist absolut nominell größer geworden, real durch die Inflation aber nicht, denn nominal 1100 € durch 1,1 bleiben real 1000 €.
Erhalten beide zum Zeitpunkt Y hingegen eine Steigerung um 100€ bei ansonsten gleichen Bedingungen, so hat
Arbeitnehmer A im Zeitpunkt Y ein Tabellenentgelt von 1100 € und
Arbeitnehmer B im Zeitpunkt Y ein Tabellenentgelt von 2100 €.
Der Abstand beträgt nun real immer noch 1000 €, real hingegen nur noch 909,01 €. Er ist also geschrumpft. Glechs gilt bei relativer Betrachtung.

Queen of Spades

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3156 am: 11.10.2022 08:37 »
https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/oeffentlicher-dienst-harte-tarifrunde-steht-bevor,TJs2N48

https://oeffentlicher-dienst-news.de/uniklinika-baden-wuerttemberg/

Zahlen von 9-13% schwirren immer im Raum. Auf 12 Monate. Da scheint man sich ja immerhin einig zu sein. Von Gewerkschaft Seite aus wurden mir ähnliche Werte genannt. Einmalzahlung soll kein Thema sein.

Ergänzung:

»Wenn man sich vor Augen hält, wo im Moment die Inflation steht und dass man sich in Tarifverhandlungen am Ende meist immer irgendwo in der Mitte trifft, müssten wir ja eigentlich Forderungen von 16 bis 20 Prozent stellen«, sagte der Gewerkschaftschef. Man sei aber realistisch. Der Beamtenbund behalte sich jedoch vor, Nachforderungen zu stellen.

https://www.spiegel.de/wirtschaft/beamten-bund-will-bis-zu-elf-prozent-mehr-gehalt-fordern-a-6007e721-a65a-433a-b5e1-4aab6b02b878

E15

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3157 am: 11.10.2022 09:06 »
Man sollte erstmal für 2022 nachverhandeln. Wenn das nicht möglich ist, dann erstmal 10% Inflationsausgleich und gleich nochmal 10% oben drauf. Sprich 25% fordern und das alles mal auf 12 Monate festlegen.

So wie diese Schmalztöpfe:

Um bis zu 8,5 Prozent dürften die Gehälter für das Personal der europäischen Institutionen steigen, da sie sich an der Inflationsentwicklung in Belgien und Luxemburg orientieren.

Insider2

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3158 am: 11.10.2022 09:15 »
Defizit im Staatshaushalt sinkt - Steueraufkommen steigt stark
 
Berlin, 11. Okt (Reuters) - Die auch wegen der hohen Inflation stark steigenden Steuereinnahmen haben das Finanzierungsdefizit des deutschen Staates im ersten Halbjahr verringert. Das Minus von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung lag zur Jahresmitte bei 32,9 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Im ersten Halbjahr 2021 summierte sich der kassenmäßige Fehlbetrag noch auf 131,1 Milliarden Euro. Während die Einnahmen diesmal auch inflationsbedingt um 11,9 Prozent auf 841,4 Milliarden Euro zulegten, sanken die Ausgaben wegen auslaufender Corona-Maßnahmen um 1,0 Prozent auf 874,3 Milliarden Euro.

"Vor allem die Einnahmen aus Steuern und steuerähnlichen Abgaben trugen zum Wachstum der öffentlichen Einnahmen bei", betonten die Statistiker. Sie stiegen in der ersten Jahreshälfte um 12,5 Prozent auf 744,2 Milliarden Euro. Besonders groß war der Zuwachs bei den Steuern vom Umsatz: Beim Bund stiegen die Einnahmen aus Umsatz- und Einfuhrumsatzsteuer um 30,4 Prozent auf 68,2 Milliarden Euro, bei den Ländern um 23,2 Prozent auf 70,1 Milliarden Euro.

"Jedoch basieren diese Einnahmen überwiegend auf den Umsätzen in den Monaten November 2021 bis April 2022, in denen die Wirtschaft deutlich aktiver war als in den Pandemiemonaten des Vergleichszeitraums 2020/21, als zum Teil noch ein gesenkter Mehrwertsteuersatz galt", hieß es zur Begründung. "Ein weiterer Teil der aktuellen Steigerung lässt sich außerdem durch den außergewöhnlich hohen Preisauftrieb erklären." Mit der Inflation steigt etwa das Aufkommen aus der Mehrwertsteuer.

Die leicht gesunkenen Ausgaben kommen vor allem dadurch zustande, dass der Bund weniger Geld für die Bewältigung der Corona-Pandemie lockermachen musste. So sanken die Zuweisungen, Zuschüsse sowie Schuldendiensthilfen des Bundes um 3,2 Prozent auf 195,6 Milliarden Euro. "Hier machten sich vor allem die gesunkenen Corona-Unternehmenshilfen bemerkbar", hieß es. Die um 67,9 Prozent niedrigeren Ausgaben für Darlehen des Bundes lassen sich unter anderem durch geringere Liquiditätshilfen an die Bundesagentur für Arbeit erklären.

fcesc4

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3159 am: 11.10.2022 09:44 »
Die kommunalen Arbeitgeber hatten bereits zur Zurückhaltung angesichts der Inflation aufgerufen, die auch Städte und Gemeinden hart treffe.
(Quelle:deutschlandfunk).

Alles unter 10% auf 12 Monate wäre ein Witz!

veeam

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3160 am: 11.10.2022 10:20 »
Die zu Beginn der Pandemie gewünschte Zurückhaltung der Gewerkschaft merken wir bereits in aller Deutlichkeit.
1,8% erhöhtes Tabellenentgelt bei knapp 10% Inflation. Das wird aber totgeschwiegen und stattdessen redet man nur über die Kompensation der für 2023 prognostizierten Inflation. Zeitgleich sprudeln die Staatskassen weiterhin von Allzeithoch zu Allzeithoch.

E15

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3161 am: 11.10.2022 10:24 »
Das sag ich doch. 2022 muss erstmal neu verhandelt werden, ansonsten direkt obendrauf setzen. 

Philipp

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3162 am: 11.10.2022 10:57 »
https://www.merkur.de/politik/verdi-bei-tarifverhandlungen-wird-mindestbetrag-eine-wichtige-rolle-spielen-91843233.html

Da kommt es doch schon wieder.
Ein Sockelbetrag wird schon ins Spiel gebracht, damit die unteren Einkommensgruppen wieder übermäßig profitieren.
Zum Kotzen.

TVWaldschrat

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3163 am: 11.10.2022 11:10 »
https://www.merkur.de/politik/verdi-bei-tarifverhandlungen-wird-mindestbetrag-eine-wichtige-rolle-spielen-91843233.html

Da kommt es doch schon wieder.
Ein Sockelbetrag wird schon ins Spiel gebracht, damit die unteren Einkommensgruppen wieder übermäßig profitieren.
Zum Kotzen.

Ohne einen Sockelbetrag kann Verdi bei den eigenen Mitgliedern einpacken. Ein Sockelbetrag sollte aber zusätzlich mit einer Prozentualen Erhöhung kommen. Und da standen die Chancen bisher und jetzt gut ;)

Britta2

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3164 am: 11.10.2022 11:19 »
Man sollte erstmal für 2022 nachverhandeln. Wenn das nicht möglich ist, dann erstmal 10% Inflationsausgleich und gleich nochmal 10% oben drauf. Sprich 25% fordern und das alles mal auf 12 Monate festlegen.

So wie diese Schmalztöpfe:

Um bis zu 8,5 Prozent dürften die Gehälter für das Personal der europäischen Institutionen steigen, da sie sich an der Inflationsentwicklung in Belgien und Luxemburg orientieren.

Wer glaubt noch an den Weihnachtsmann? Nachverhandeln! Verdi! Never!