Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 490173 times)

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4200 am: 22.11.2022 09:31 »
Das ist ja wirklich Spid in rein Form, der sich nicht einmal Mühe gibt so zu tun, als sei er/sie jemand anderes :D

Dass Spid aka JesuisSVA manchmal sehr speziell reagiert, ist ja mittlerweile bekannt, zumindest den länger hier im Forum verweilenden Teilnehmern. Weniger wäre da manchmal mehr. Aber im Kern kann ich ihn (sie?) verstehen, denn während er ausführlich dargelegt hat, wie mächtig und umfangreich das Direktionsrecht ist, kommt von der anderen Seite nichts mehr.

Von einem erwachsenen Forenteilnehmer, der mit hoher Wahrscheinlichkeit auch eine Ausbildung in einem Verwaltungsberuf abgeschlossen hat, dürfte es doch nicht zu viel verlangt sein, zumindest mal eine Google-Suche nach "Direktionsrecht" zu bemühen, und sich etwas in die Thematik einzulesen. Dann hätte sich vieles von dem Spam der letzten beiden Seiten erübrigt.

Die Diskussion lief auf unterschiedlichen Ebenen ab. Einmal die formale, wozu ein AG berechtigt ist und einmal die praktische, inwieweit ein AG diese Anforderungen auch durchsetzen kann.
Beide Diskussionsteilnehmer verließen ihre Ebene nicht, so kam es dann zu keinem Ergebnis. Hätte man mit weniger Beharrlichkeit auch früher erkennen können.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4201 am: 22.11.2022 09:33 »
Matti101 zweifelte zunächst die rechtliche Möglichkeit an, bevor er sich auf die praktische Möglichkeit zurückzog, ohne seine geäußerte Rechtsmeinung zu widerrufen und seinen Irrtum einzuräumen. Dummschwätzer muss man stellen, sonst steht ihr dummes Geschwätz unwidersprochen dar und sie fühlen sich zum weiteren Dummschwätzen ermutigt. Interessant ist vielmehr, dass eine Seite sich seitenlang in persönlichen Angriffen üben durfte, ohne dass hier die üblichen Verdächtigen ihr Tränchen verdrücken und der Admin das Mütchen kühlt. Man stelle sich vor, Spid oder ich hätten das getan. Es gäbe direkt einen #Aufschrei.

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4202 am: 22.11.2022 09:39 »
Matti101 zweifelte zunächst die rechtliche Möglichkeit an, bevor er sich auf die praktische Möglichkeit zurückzog, ohne seine geäußerte Rechtsmeinung zu widerrufen und seinen Irrtum einzuräumen. Dummschwätzer muss man stellen, sonst steht ihr dummes Geschwätz unwidersprochen dar und sie fühlen sich zum weiteren Dummschwätzen ermutigt. Interessant ist vielmehr, dass eine Seite sich seitenlang in persönlichen Angriffen üben durfte, ohne dass hier die üblichen Verdächtigen ihr Tränchen verdrücken und der Admin das Mütchen kühlt. Man stelle sich vor, Spid oder ich hätten das getan. Es gäbe direkt einen #Aufschrei.

Die Art und Weise wie man hier schreibt, insbesondere wenn es um das Verlassen der sachlichen Ebene geht, entlarvt die Verfasser und erlaubt jedem Leser relativ leicht, sich eine eigene Meinung zu bilden.

Garfield

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4203 am: 22.11.2022 10:33 »

Keeper83

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4204 am: 22.11.2022 10:39 »
Matti101 zweifelte zunächst die rechtliche Möglichkeit an, bevor er sich auf die praktische Möglichkeit zurückzog, ohne seine geäußerte Rechtsmeinung zu widerrufen und seinen Irrtum einzuräumen. Dummschwätzer muss man stellen, sonst steht ihr dummes Geschwätz unwidersprochen dar und sie fühlen sich zum weiteren Dummschwätzen ermutigt. Interessant ist vielmehr, dass eine Seite sich seitenlang in persönlichen Angriffen üben durfte, ohne dass hier die üblichen Verdächtigen ihr Tränchen verdrücken und der Admin das Mütchen kühlt. Man stelle sich vor, Spid oder ich hätten das getan. Es gäbe direkt einen #Aufschrei.

Die Art und Weise wie man hier schreibt, insbesondere wenn es um das Verlassen der sachlichen Ebene geht, entlarvt die Verfasser und erlaubt jedem Leser relativ leicht, sich eine eigene Meinung zu bilden.

Und wer verlässt regelmäßig als erstes die Sachebene? Genauso wie bei Spid ist es auch bei JesuisSVA grundsätzlich der Gesprächspartner, weil er merkt, dass er inhaltlich gestellt wurde.
Das habe ich schon bei mehreren Gelegenheiten angemerkt.
Matti101 ist mal wieder ein schönes Beispiel. Das sollte mittlerweile auch dem Admin aufalllen. 


FGL

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4205 am: 22.11.2022 11:59 »
In einer Angelegenheit hatte "Matti101" allerdings Recht: Wir hatten alle etwas zu lachen. Über ihn.

DerLustigeOpa

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4206 am: 22.11.2022 16:22 »
Mal Interesse halber... was wäre den nicht vom Direktionsrecht des AG gedeckt?

Eine eingruppierungsrelevante Tätigkeitsänderung.

Das würde mich theoretisch auch interessieren.

Mal angenommen man könnte im Gegensatz zu Matti101 nicht mit Tschechischkenntnissen aufwarten und der AG würde Übersetzungsarbeiten Tschechisch-Deutsch anordnen. Was passiert dann, vor allem wenn das nicht eingruppierungsrelevant wäre?

Laut haufe.de können noch weitere Gründe dem Direktionsrecht entgegenstehen: "Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, den Anordnungen des Arbeitgebers über die Einzelheiten der Arbeitsleistung und über die notwendige Ordnung und das Verhalten im Betrieb Folge zu leisten, soweit nicht Gesetz, Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder Einzelvertrag anderes bestimmen. Einfach ausgedrückt darf die Weisung des Arbeitgebers nicht gegen höherrangiges Recht verstoßen. Ein Arbeitnehmer muss keine rechtswidrigen oder unbilligen Weisungen des Arbeitgebers befolgen." Quelle
Also?

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4207 am: 22.11.2022 16:43 »
Mal Interesse halber... was wäre den nicht vom Direktionsrecht des AG gedeckt?

Eine eingruppierungsrelevante Tätigkeitsänderung.

Das würde mich theoretisch auch interessieren.

Mal angenommen man könnte im Gegensatz zu Matti101 nicht mit Tschechischkenntnissen aufwarten und der AG würde Übersetzungsarbeiten Tschechisch-Deutsch anordnen. Was passiert dann, vor allem wenn das nicht eingruppierungsrelevant wäre?

Laut haufe.de können noch weitere Gründe dem Direktionsrecht entgegenstehen: "Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, den Anordnungen des Arbeitgebers über die Einzelheiten der Arbeitsleistung und über die notwendige Ordnung und das Verhalten im Betrieb Folge zu leisten, soweit nicht Gesetz, Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder Einzelvertrag anderes bestimmen. Einfach ausgedrückt darf die Weisung des Arbeitgebers nicht gegen höherrangiges Recht verstoßen. Ein Arbeitnehmer muss keine rechtswidrigen oder unbilligen Weisungen des Arbeitgebers befolgen." Quelle
Also?

Finde ich sehr praxisfremd. Aber gut, um meine Arbeitsleistung mittlerer Art und Güte abzuliefern würde ich die fremdsprachlichen Texte mit Google übersetzen lassen und abgeben. Vorab der Hinweis an den AG, dass dies die einzige Möglichkeit ist, mit der ich die Aufgabe lösen kann.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4208 am: 22.11.2022 16:46 »
Die Aussage, dass etwas nicht gegen höherrangiges Recht verstoßen dürfte, ist doch ein ziemlich banaler Allgemeinplatz. Ein einmaliger Auftragsmord wäre wohl nicht eingruppierungsrelevant, aber dennoch nicht vom Direktionsrecht des Arbeitgebers gedeckt. Auch objektiv unmögliche Dinge wie ohne Wind um zwei Ecken in ein Probenglas pinkeln (oder tschechisch übersetzen, wenn man kein tschechisch kann) oder unzumutbare Dinge, wie das Trinken der so bewerkstelligten Urinprobe sind es nicht.

DerLustigeOpa

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4209 am: 22.11.2022 17:12 »
Finde ich sehr praxisfremd. Aber gut, um meine Arbeitsleistung mittlerer Art und Güte abzuliefern würde ich die fremdsprachlichen Texte mit Google übersetzen lassen und abgeben. Vorab der Hinweis an den AG, dass dies die einzige Möglichkeit ist, mit der ich die Aufgabe lösen kann.

War eine theoretische Frage. Aber clevere Lösung.

Die Aussage, dass etwas nicht gegen höherrangiges Recht verstoßen dürfte, ist doch ein ziemlich banaler Allgemeinplatz. Ein einmaliger Auftragsmord wäre wohl nicht eingruppierungsrelevant, aber dennoch nicht vom Direktionsrecht des Arbeitgebers gedeckt. Auch objektiv unmögliche Dinge wie ohne Wind um zwei Ecken in ein Probenglas pinkeln (oder tschechisch übersetzen, wenn man kein tschechisch kann) oder unzumutbare Dinge, wie das Trinken der so bewerkstelligten Urinprobe sind es nicht.

Danke für die Einordnung und den Lacher.

Demnach sollte man also in Erwägung ziehen, mit Fähigkeiten, die über die für die auszuübende Stelle notwendigen hinausgehen, egal ob Tschechischkenntnisse oder die Fähigkeit ohne Wind um zwei Ecken pinkeln zu können, nicht beim AG hausieren zu gehen bzw. diese nur mit passender Strategie (bspw. dadurch Übernahme höherwertiger Tätigkeiten) nachzuweisen/offenzulegen?

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4210 am: 22.11.2022 17:18 »
Demnach sollte man also in Erwägung ziehen, mit Fähigkeiten, die über die für die auszuübende Stelle notwendigen hinausgehen, egal ob Tschechischkenntnisse oder die Fähigkeit ohne Wind um zwei Ecken pinkeln zu können, nicht beim AG hausieren zu gehen bzw. diese nur mit passender Strategie (bspw. dadurch Übernahme höherwertiger Tätigkeiten) nachzuweisen/offenzulegen?

Oder von einer anderen Seite ans Thema gehen. Es gibt auch Dinge, die man gut kann und die einem Spaß machen, aber überhaupt nichts mit der Arbeit zu tun haben. Warum nicht diese Dinge z.B. beim Personalentwicklungsgespräch thematisieren. So könnten man sich breiter aufstellen und neben dem üblichen Job auch noch Dinge machen, die vielleicht mehr Spaß machen. Und idealerweise langweilige Sachen abgeben.
Stärken weiterentwickeln!

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4211 am: 22.11.2022 17:22 »
Welches Ziel verfolgt man denn damit? Der Arbeitgeber bezahlt einen dafür, 39h/Woche Arbeit in einer Leistung mittlerer Art und Güte zu erledigen, die insgesamt die Wertigkeit der Entgeltgruppe X hat. Ob da jetzt Übersetzungen in tschechisch dabei sind oder nicht, macht doch keinen Unterschied.

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4212 am: 22.11.2022 17:29 »
Welches Ziel verfolgt man denn damit? Der Arbeitgeber bezahlt einen dafür, 39h/Woche Arbeit in einer Leistung mittlerer Art und Güte zu erledigen, die insgesamt die Wertigkeit der Entgeltgruppe X hat. Ob da jetzt Übersetzungen in tschechisch dabei sind oder nicht, macht doch keinen Unterschied.

Ich habe ein über den bloßen Tausch von Arbeit und Geld hinausgehendes Verständnis an das Berufsleben. Arbeit kann auch Selbstverwirklichung und Freude bieten. Dazu gehört aus meiner Sicht auch eine Weiterentwicklung der Fähigkeiten und Aufgaben. Stärken zu entwickeln und bislang unbekannte Fähigkeiten nutzbar zu machen wären schließlich auch Benefits für den Arbeitgeber.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4213 am: 22.11.2022 17:34 »
Das war nicht singulär auf Dich gemünzt, sondern auf die allg. eher negative Attitüde gegenüber der inhaltlichen Ausgestaltung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber als dessen gesetzlich festgeschriebene Prärogative.

DerLustigeOpa

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4214 am: 22.11.2022 17:36 »
Oder von einer anderen Seite ans Thema gehen. Es gibt auch Dinge, die man gut kann und die einem Spaß machen, aber überhaupt nichts mit der Arbeit zu tun haben. Warum nicht diese Dinge z.B. beim Personalentwicklungsgespräch thematisieren. So könnten man sich breiter aufstellen und neben dem üblichen Job auch noch Dinge machen, die vielleicht mehr Spaß machen. Und idealerweise langweilige Sachen abgeben.
Stärken weiterentwickeln!

Das ist natürlich eine gute/bessere Perspektive und Herangehensweise.

Noch eine Nachfrage. Ich meine mich zu erinnern, des Öfteren hier gelesen zu haben, dass sowohl die Übertragung durch Vorgesetzte, als auch die Übernahme von nicht nur kurzfristig auszuübenden Tätigkeiten außerhalb der dauerhaft übertragenen Tätigkeiten ein abmahnungsfähiges Verhalten darstellt.
Sofern das stimmt: Wie ordnet sich hier das Direktionsrecht ein? Darf eine, durch das Direktionsrecht angeordnete Tätigkeit dann a) wenn mündlich angeordnet nur kurzfristig sein oder muss diese b) entsprechend schriftlich in den Katalog der dauerhaft auszuübenden Tätigkeiten aufgenommen werden oder c) kann das Direktionsrecht sowieso nur schriftlich ausgeübt werden?