Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 489273 times)

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4275 am: 23.11.2022 11:08 »
Bloß wenn man am Samstag trotz entsprechender Anweisung nicht arbeitet, handelt es sich um einen Verstoß gegen die Hauptpflicht aus dem Arbeitsverhältnis. Daraus folgt die Möglichkeit der außerordentlichen Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber, also durchaus unmittelbar und mutmaßlich mit einer Sperre beim ALG1 und mit einem entsprechenden Arbeitszeugnis.

Johann

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4276 am: 23.11.2022 11:15 »
Die Sperre hat man auch bei Eigenkündigung. Also bleibt nur das Arbeitszeugnis, das in dem Fall wohl sowieso nur widerwillig wohlwollend formuliert wäre.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4277 am: 23.11.2022 11:20 »
Es bleibt auch das augenblickliche Ende des Arbeitsverhältnisses im Gegensatz zu einer ordentlichen Kündigung mit entsprechender Frist, die ja eine Arbeitssuche möglich macht. Und bei Formulierungen im Arbeitszeugnis wie „Wir trennten uns am 27.11.2022.“ oder „Das Arbeitsverhältnis endet mit dem heutigen Tage.“ im Arbeitszeugnis weiß auch jeder, dass es eine verhaltensbedingte außerordentliche Kündigung war.

Wurstberg

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4278 am: 23.11.2022 11:43 »

Rumo1895

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4279 am: 23.11.2022 11:45 »
Zumindest theoretisch steht ja auch Schadensersatz im Raum wenn der AN die fristlose Kündigung durch Fernbleiben der Arbeit selbst verschuldet hat und dem AG dadurch ein Schaden entstanden ist (z.B. die geplante Veranstaltung "Malen und Klatschen mit dem Bürger" ausfallen musste da kein anderweitiges Personal zur Verfügung stand). Ist zugegebenermaßen ziemlich weit hergeholt aber nicht ausgeschlossen.

Zitat
Da sind wir dann wieder dabei, dass der Arbeitgeber natürlich das Recht hat, die Arbeitskraft des Arbeitnehmers im Rahmen des Direktionsrechts Samstags einzufordern. Nur ob er bei einem scheidenden Arbeitnehmer den Weg vor Gericht auf sich nimmt ist fraglich. Bis das geklärt ist, ist das Arbeitsverhältnis sowieso beendet.

Bestrafe Einen - erziehe Hunderte  ;)

Britta2

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4280 am: 23.11.2022 12:24 »
Gegenargument:  ICH war am vergangenen Sonntag für paar Stunden im Büro. Zutritt ist grundsätzlich 24/7 das ganze Jahr. Zutritt zudem nur per Code-Karte auf jeder Etage an fast allen Türen.
Trotzdem:  angeblich werden die Anmeldungen (Anwesenheit) nach wie vor nicht gespeichert und - würde der AG von meiner Anwesenheit am Sonntag erfahren, wäre das ein Abmahngrund (oder schlimmer) - nda "außerhalb der vertraglich festgelegten Arbeitszeit". Bekloppte Vorschriften.  (Darum bin ich auch nicht verbeamtet - charakterlich ungeeignet ... weder Dienst nach Vorschrift noch strikt nach Handbuch inklusive Nonsense-Anweisungen)

ProfTii

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4281 am: 23.11.2022 12:32 »
Gegenargument:  ICH war am vergangenen Sonntag für paar Stunden im Büro. Zutritt ist grundsätzlich 24/7 das ganze Jahr. Zutritt zudem nur per Code-Karte auf jeder Etage an fast allen Türen.
Trotzdem:  angeblich werden die Anmeldungen (Anwesenheit) nach wie vor nicht gespeichert und - würde der AG von meiner Anwesenheit am Sonntag erfahren, wäre das ein Abmahngrund (oder schlimmer) - nda "außerhalb der vertraglich festgelegten Arbeitszeit". Bekloppte Vorschriften.  (Darum bin ich auch nicht verbeamtet - charakterlich ungeeignet ... weder Dienst nach Vorschrift noch strikt nach Handbuch inklusive Nonsense-Anweisungen)

Ich weiß nicht, wie der dargestellte Sachverhalt als Gegenargument dienen soll...
Wäre nicht im geschilderten Sachverhalt sogar der Tatbestand des Hausfriedensbruchs erfüllt? Da du dir außerhalb der vereinbarten Arbeitszeit und gegen den Willen deines AG Zutritt zum Gebäude verschaffst?

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4282 am: 23.11.2022 12:42 »
...ich hatte die Diskussion mit Blick darauf eröffnet, sich als Beschäftigter vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels nicht unentwegt alles gefallen zu lassen und möglichst Druck von unten auszuüben. Insofern ist das Direktionsrecht in weiten Teilen obsolet.
Nein nicht obsolet, aber man kann locker mit dem AG eine neue Vertragliche Basis aushandeln.

Frei nach dem Motto:
AN:Wie ich soll Samstags arbeiten:
Mach ich nicht, da kündige ich lieber.
AG: Aber du musst, ist Direktionsrecht.
AN: Hier ist die Kündigung, oder wollen wir uns darauf einigen, dass ich bleibe und im Vertrag aufgenommen wird, dass Samstagsarbeit ausgeschlossen wird..
AG: mmmmh, muss ich mal durchrechen.

Jetzt könnte man natürlich böswillig einwenden dass entsprechende Kündigungsfristen in beide Richtungen wirken und der AN im Zweifel noch eine Weile lang arbeitsrechtlich verpflichtet sein könnte Samstags zu arbeiten.
Natürlich wäre er das. aufgrund Verschlechterungen seiner Regenerationszeiten oder anderer Seelischer Defekte, die sich dadurch auftun, kann es auch dazu führen, das sein Leistung mittler Art und Güte rapide absinkt.

Johann

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4283 am: 23.11.2022 12:48 »
Gegenargument:  ICH war am vergangenen Sonntag für paar Stunden im Büro. Zutritt ist grundsätzlich 24/7 das ganze Jahr. Zutritt zudem nur per Code-Karte auf jeder Etage an fast allen Türen.
Trotzdem:  angeblich werden die Anmeldungen (Anwesenheit) nach wie vor nicht gespeichert und - würde der AG von meiner Anwesenheit am Sonntag erfahren, wäre das ein Abmahngrund (oder schlimmer) - nda "außerhalb der vertraglich festgelegten Arbeitszeit". Bekloppte Vorschriften.  (Darum bin ich auch nicht verbeamtet - charakterlich ungeeignet ... weder Dienst nach Vorschrift noch strikt nach Handbuch inklusive Nonsense-Anweisungen)

Ich weiß nicht, wie der dargestellte Sachverhalt als Gegenargument dienen soll...
Wäre nicht im geschilderten Sachverhalt sogar der Tatbestand des Hausfriedensbruchs erfüllt? Da du dir außerhalb der vereinbarten Arbeitszeit und gegen den Willen deines AG Zutritt zum Gebäude verschaffst?

Wäre fraglich. Der AG könnte sicher seinerseits recht einfach Maßnahmen ergreifen, die ein unerwünschtes Betreten außerhalb der gewünschten Zeiten per digitaler Zutrittskontrolle unmöglich machen. Wenn das System nicht von Anno dazumal ist, lässt sich das mit wenigen Klicks für sämtliche Beschäftigte und für Einzelne im Besonderen per Richtlinie einrichten.

ProfTii

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4284 am: 23.11.2022 12:52 »
[...]

Ich weiß nicht, wie der dargestellte Sachverhalt als Gegenargument dienen soll...
Wäre nicht im geschilderten Sachverhalt sogar der Tatbestand des Hausfriedensbruchs erfüllt? Da du dir außerhalb der vereinbarten Arbeitszeit und gegen den Willen deines AG Zutritt zum Gebäude verschaffst?

Wäre fraglich. Der AG könnte sicher seinerseits recht einfach Maßnahmen ergreifen, die ein unerwünschtes Betreten außerhalb der gewünschten Zeiten per digitaler Zutrittskontrolle unmöglich machen. Wenn das System nicht von Anno dazumal ist, lässt sich das mit wenigen Klicks für sämtliche Beschäftigte und für Einzelne im Besonderen per Richtlinie einrichten.

Daher meine Frage, da ich auf dem Gebiet schlicht zu wenig Ahnung habe.

Aber wenn man den Fall vereinfacht: Wäre es kein Hausfriedensbruch, wenn jemand in mein Haus kommt, obwohl ich das nicht möchte aber bspw. meine Balkontür grade zum Lüften offen stand und dieser jemand diesen Fakt ausnutzte?

DNFF

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4285 am: 23.11.2022 13:12 »
Schön wie ihr euch alle mit Spitzfindigkeiten gegenseitig fertig macht.
"Ich habe Recht"
"Nein, ich habe Recht, weil du übersiehst das und das..."
"Nein, du hast die Betrachtungsweise vergessen".

Leute, schreibt euch doch privat wenn euch das so sehr am Herzen liegt.
Ansonsten wäre "back to Topic" ganz schön.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4286 am: 23.11.2022 13:15 »
Weil Deine bisherigen Beiträge zu Grundsteuer, Kapitalerträgen oder Dein jüngster Beitrag in diesem Thread so thementreu sind?

DNFF

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4287 am: 23.11.2022 13:22 »
In den erwähnten Beiträgen habe ich mehr als einmal nach dem Motto geschrieben:

"Und jetzt Schluss damit, lasst uns zurück zum Topic gehen...".

Mal genauer hingucken...

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4288 am: 23.11.2022 13:36 »
Und das macht sie weniger themenfremd? Und was ist mit der neuerlichen Diskussion, die Du hier aufziehst?

Ach ja, ich muss ja noch schreiben "Jetzt aber zurück zum Thema", um mich selbst zu exkulpieren. Merkste was oder merkste nix mehr?

Matti101

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4289 am: 23.11.2022 13:49 »
....das Forum hat das Thema "...Tarifverhandlugnen und Inflation...".  Es handelt sich nicht um ein Juraforum, wo rechtliche Zusammenhänge gewürdigt und Spitzfindigkeiten vertieft werden. Natürlich kann man auch die rechtliche Dimension nie aussen vor lassen. Mir fehlt hier aber der muliperspektivische und interdisziplinäre Blick einiger Teilnehmer und bezogen zum Thema des Forums.

Ich bin mit dem Anliegen in das Forum gegangen ... Wenn die Ergebnisse der Tarifverhandlungen hinter der Inflation zurückbleiben sollten - welche Möglichkeiten dann für uns als Beschäftigte bestehen, dies nach Möglichkeit zu kompensieren, z. B. Herunterfahren von Engagement, zusätzliche Aufgaben ablegen, Rolle des Arbeitgebers / Dienstvorgesetzten bei Weigerungshaltung vor dem Hintergrund von Fachkräftemangels, niedrigere Hemmschwelle im Zusammenhang mit AU u. a.

....natürlich spielen hier auch arbeitsrechtliche Aspekte mit rein, aber eben nicht isoliert von anderen Zusammenhängen. Den im Kern geht es um die Frage, wie kann der Arbeitgeber seine Rechte noch durchsetzen, um seine Handlungsfähigkeit zu erhalten (siehe auch mein Beispiel - Physiklehrer weigert sich Vertretung für Chemie zu übernehmen, bleibt ohne Konsequenzen, da die Schulleiterin befürchtet, dass der Physiklehrer dann auch noch ausfällt, AU oder anderweitig das Weite sucht... und dann auch noch der Physikunterricht zur Disposition steht...).