Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 490150 times)

Keeper83

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3645 am: 20.10.2022 08:34 »
Sachbearbeiters. Seien wir mal ehrlich. Die einzigen die im ÖD wirklich arbeiten sind die Jobcenter.

Nein. Es ist doch ganz eindeutig so und meiner Meinug nach auch völlig unzweifelhaft und sehr klar zu erkennen, dass der einizige der im ÖD wirklich arbeitet, Ich bin!

Philipp

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3646 am: 20.10.2022 08:47 »
Alleine schon diese Leute als Kunden zu bezeichnen.
Nach DIN EN ISO 9000:2005-12 sind Kunden „Organisationen oder Personen, die ein Produkt empfangen“. Ein Produkt kann dabei eine Geld-, Sach- oder Dienstleistung sein. Das Produkt kann auch unentgeltlich erbracht werden.

Insofern entspricht der Kundenbegriff der Norm. Zudem ergibt er sich nicht aus dem Gesetz und wird auch nicht flächendeckend verwendet. Die 25% der deutschen Jobcenter, die ohne die Bundesagentur für Arbeit laufen sowie ein größerer Teil der Jobcenter, die als gemeinsame Einrichtung organisiert sind, verwenden in der Außenkommunikation konsequent andere Begriffe.

Ist mit dem Begriff "Kunde" nicht eine Freiwilligkeit verbunden?

Die sehe ich bei Behördengängen nicht.

Schokobon

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3647 am: 20.10.2022 08:53 »
Niemand wird gezwungen Sozialleistungen zu beantragen.

Keeper83

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3648 am: 20.10.2022 08:56 »
Alleine schon diese Leute als Kunden zu bezeichnen.
Nach DIN EN ISO 9000:2005-12 sind Kunden „Organisationen oder Personen, die ein Produkt empfangen“. Ein Produkt kann dabei eine Geld-, Sach- oder Dienstleistung sein. Das Produkt kann auch unentgeltlich erbracht werden.

Insofern entspricht der Kundenbegriff der Norm. Zudem ergibt er sich nicht aus dem Gesetz und wird auch nicht flächendeckend verwendet. Die 25% der deutschen Jobcenter, die ohne die Bundesagentur für Arbeit laufen sowie ein größerer Teil der Jobcenter, die als gemeinsame Einrichtung organisiert sind, verwenden in der Außenkommunikation konsequent andere Begriffe.

Ist mit dem Begriff "Kunde" nicht eine Freiwilligkeit verbunden?

Die sehe ich bei Behördengängen nicht.

Bin Ich "gezwungen" zum Jobcenter zu gehen und Leistungen zu beantragen?

 

xap

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3649 am: 20.10.2022 08:57 »
Das ist eine Frage der Definition des Wortes "Zwang". Wenn man aus Gründen keiner Erwerbstätigkeit nachgehen kann und auch kein sonstiges Einkommen hat, wird man schon irgendwann vom eigenen Körper dazu gezwungen.

Schmitti

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3650 am: 20.10.2022 09:05 »
Wenn man jemandem die Abrissverfügung für sein Wohnhaus liefert, oder ihn direkt zwangseinweisen lässt, soll man ihn doch auch als "Kunde" sehen und ansprechen. Ob er sich dann als Kunde = König sieht, wer weiß.

Es ist doch ganz eindeutig so und meiner Meinug nach auch völlig unzweifelhaft und sehr klar zu erkennen, dass der einizige der im ÖD wirklich arbeitet, Ich bin!
Danke dafür! Wann kommst du mal hier vorbei?

Keeper83

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3651 am: 20.10.2022 09:20 »
Das ist eine Frage der Definition des Wortes "Zwang". Wenn man aus Gründen keiner Erwerbstätigkeit nachgehen kann und auch kein sonstiges Einkommen hat, wird man schon irgendwann vom eigenen Körper dazu gezwungen.

Mein Körper "zwingt" mich auch regelmäßig zum Besuch eines Supermarktes.

BAT

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3652 am: 20.10.2022 09:26 »

Nach DIN EN ISO 9000:2005-12 sind Kunden „Organisationen oder Personen, die ein Produkt empfangen“. Ein Produkt kann dabei eine Geld-, Sach- oder Dienstleistung sein. Das Produkt kann auch unentgeltlich erbracht werden.


Wir haben auch ständig mit den SGB II - Empfängern zu tun und so einige junge Kollegen bezeichnen diese als Kunden. Wir setzten allerdings den Unterhalt durch. Danke für den Hinweis, das die Bezeichnung Kunde sogar nach DIN verkehrt war, wie so oft bei der Sprache von jüngeren Menschen.

Yasper

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3653 am: 20.10.2022 09:27 »
Zitat
dbb Chef: „Wir müssten eigentlich 20 Prozent mehr fordern“

Zitat
dbb Chef Ulrich Silberbach geht von einer hohen Forderung für die nächste Einkommensrunde aus und erwartet von der Bundesregierung mehr Einsatz für den öffentlichen Dienst.

Zitat
„Und wenn man sich vor Augen hält, wo im Moment die Inflation steht, und dass man sich in Tarifverhandlungen am Ende meist immer irgendwo in der Mitte trifft, müssten wir eigentlich Forderungen von 16 bis 20 Prozent stellen.“ Gleichwohl sei man realistisch – „wir wissen, das können wir nicht bringen. Trotzdem glaube ich, es wird eine hohe Forderung sein. Wir haben ab dem ersten Januar ein Bürgergeld statt Hartz IV, das beinhaltet eine elfprozentige Steigerung.

Ziel erreicht? Zwischen 20% müsste und 11% Bürgergeld steht die Forderung jetzt wo?

https://oeffentlicher-dienst-news.de/oeffentlicher-dienst-tarifverhandlungen-2023/


Für die unteren Knechtgruppen steht sie doch bei 20%.
Wir kennen Knechte aus dem Mittelalter aber was sind 2022 untere Knechtgruppen?

Es bezieht sich auf seinen Forumnamen und er ist offensichtlich in einer unteren EG eingruppiert.

Silentgalaxy

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3654 am: 20.10.2022 09:29 »

Nach DIN EN ISO 9000:2005-12 sind Kunden „Organisationen oder Personen, die ein Produkt empfangen“. Ein Produkt kann dabei eine Geld-, Sach- oder Dienstleistung sein. Das Produkt kann auch unentgeltlich erbracht werden.


Wir haben auch ständig mit den SGB II - Empfängern zu tun und so einige junge Kollegen bezeichnen diese als Kunden. Wir setzten allerdings den Unterhalt durch. Danke für den Hinweis, das die Bezeichnung Kunde sogar nach DIN verkehrt war, wie so oft bei der Sprache von jüngeren Menschen.

Die gemeine Zunge nennt sie natürlich Hartzis. Der Begriff Kunde stammt von der BA, diese heißen dort seit mindestens 15 Jahren so. Man gewöhnt sich dran, da der Begriff sehr negativ behaftet ist ;)

Keeper83

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3655 am: 20.10.2022 09:44 »
Wenn man jemandem die Abrissverfügung für sein Wohnhaus liefert, oder ihn direkt zwangseinweisen lässt, soll man ihn doch auch als "Kunde" sehen und ansprechen. Ob er sich dann als Kunde = König sieht, wer weiß.

Es ist doch ganz eindeutig so und meiner Meinug nach auch völlig unzweifelhaft und sehr klar zu erkennen, dass der einizige der im ÖD wirklich arbeitet, Ich bin!
Danke dafür! Wann kommst du mal hier vorbei?

Gerne zeitnah nach dem nächsten Tarifabschluss, der sicherlich dafür sorgen wird, dass die beiden mit N.N. besetzten Büros neben mir, nach 2,5 Jahren mal wieder mit leben gefüllt werden.


SWB

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3656 am: 20.10.2022 11:57 »
Also aus Kreisen der Finanzberatungen in verschiedenen Kommunen habe ich munkeln gehört, der VKA empfehle für die Haushalte eine Personalkostensteigerung von 4% für 2023 einzupreisen - der Betrag würde auch von der Kommunalaufsicht akzeptiert.

Das wäre ja, rechnet man noch Stufenaufstiege etc. ab deutlich weniger als 10% mehr Tarifgehalt.

Bei uns werden sagenhafte 2% berücksichtigt...

Opa

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3657 am: 20.10.2022 12:08 »
Wir rechnen mit 8% analog der prognostizierten Inflationsrate. Da jeder weiß, dass Planungswerte in unsicheren Zeiten mit hoher Wahrscheinlichkeit unterjährig korrigiert werden, ist der Prozentsatz den Entscheidern relativ egal. Zumal der Tarifabschluss zwar ein wesentlicher, jedoch nicht der einzige Einflussfaktor ist. Da wir unseren Stellenplan, wenn es schlecht läuft, sowieso nur zu 90% ausschöpfen können werden (Vorjahr: 94%), würde erst ein Abschluss von deutlich über 10% eine Korrektur nach oben erfordern.
Gegen Hetze im Netz.
Wer allein die Herkunft als Maßstab für den Wert eines Menschen hält, mißachtet das Grundgesetz.

Flying

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3658 am: 20.10.2022 13:41 »
Sachbearbeiters. Seien wir mal ehrlich. Die einzigen die im ÖD wirklich arbeiten sind die Jobcenter.

Nein. Es ist doch ganz eindeutig so und meiner Meinug nach auch völlig unzweifelhaft und sehr klar zu erkennen, dass der einizige der im ÖD wirklich arbeitet, Ich bin!

Also wenn ich mir unsere JC in der Umgebung so anschaue, dann gewinnste - mit weitem Vorsprung!

Alfi

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3659 am: 20.10.2022 17:11 »
Selbst wenn sich die Differenz zur nächst höheren EG mal wieder etwas verringern sollte, einen Abstand wird es trotzdem immer geben.
Der Abstand zwischen EG12 Stufe 6 und EG13 Stufe 6 sind bereits jetzt gerade mal 25€ Monatsbrutto.

nicht ganz, aber weit weg ist man da auch nicht mehr...