Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 236941 times)

was_guckst_du

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1695 am: 07.08.2022 12:34 »
Zitat von: Emmi87 link=topic=116905.msg249690#msg249690 date=1659816698[/quote
Ja stimmt, wir haben 8 Wochen in Köln auf die Geburtsurkunde gewartet.
...das  ist noch gar nichts...wir haben damals über 9 Monate auf die Geburt gewartet...und beim zweiten Kind wars auch nicht besser 8)
Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung. Meistens sind sie ernster Natur, manchmal aber auch nicht. Bei einer obskuren Einzelfallpersönlichkeit antworte ich auch aus therapeutischen Gründen

Silentgalaxy

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1696 am: 07.08.2022 19:01 »
Hier und jetzt und gültig ab dem 01.01.2023 müssen mindestens 7%, mindestens 300 € her.., bei einer Laufzeit von 12 Monaten...

Vielleicht noch mal für die in Mathematik schwachen Ver.di Verantwortlichen im Klartext...
LAUFZEIT 12 MONATE....nochmal LAUFZEIT 12 MONATE..

Auch mit Schaum vor´m Mund verbleibt die Frage: Wie schaffen es die Gewerkschaften, die Arbeitgeber dazu zu bringen, solchen Tariferhöhungen und Laufzeiten zuzustimmen ??

Ganz einfach. Das Jobcenter stellt die Arbeit ein ;) ich wüsste generell keine öffentliche Behörde, die mehr arbeitet.

JahrhundertwerkTVÖD

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1697 am: 08.08.2022 08:17 »
Jetzt bitte nicht die Gewerkschaft überfordern und Ergebnisse verlangen.

Es ist doch sooooo schön seit Einführung des TVÖD.
Immer wieder die gleiche Abfolge: Forderung, kein Gegenangebot, Pseudostreiks, kein Gegenangebot, 2 Verhandlungen/Treffen ohne Gegenangebot, beim dritten Treffen wird bis mitten in die Nacht verhandelt und siehe da, das beste Ergebnis aller Zeiten ist wieder da.
Statt 6% für 12 Monate: 1,x% für 12 Monate, 1,x % für weitere 12 Monate und 0,x" für ein paar zusätzliche Monate + Einmalzahlung und Reduzierungen in der JSZ und sonstigen Leistungen.
Ein strahlender Verdi Chef belügt dreist seine Mitglieder und lässt sich als Messias feiern.

Die Schnittchen und die Getränke für das "Verhandeln bis tief in die Nacht" müssen ja irgendwie bezahlt werden.

MoinMoin

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1698 am: 08.08.2022 08:43 »
Hier und jetzt und gültig ab dem 01.01.2023 müssen mindestens 7%, mindestens 300 € her.., bei einer Laufzeit von 12 Monaten...

Vielleicht noch mal für die in Mathematik schwachen Ver.di Verantwortlichen im Klartext...
LAUFZEIT 12 MONATE....nochmal LAUFZEIT 12 MONATE..

Auch mit Schaum vor´m Mund verbleibt die Frage: Wie schaffen es die Gewerkschaften, die Arbeitgeber dazu zu bringen, solchen Tariferhöhungen und Laufzeiten zuzustimmen ??

Ganz einfach. Das Jobcenter stellt die Arbeit ein ;) ich wüsste generell keine öffentliche Behörde, die mehr arbeitet.

Eben Streiks dort wo es weh tut und sichtbar ist und dann mit einem Ergebnis für alle.
Schule, Kita, Pflege ...? (ach ne die verhandeln ja für sich selbst)
Müll, ??
(Im TV-L fallen mir da noch weniger Bereiche ein als im TVöD, Flugsicherung??)

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1699 am: 08.08.2022 08:53 »
Die Entgelttabellen P und S werden ja ebenso verhandelt, mithin können diese Bereiche auch streiken.

Wir haben also Pflegepersonal in den kommunalen Krankenhäusern, Kitas, das kommunale Personal in den Schulen, Entsorgung, Wohnraumsicherung, Jugend, Soziales, Gesundheitsamt (vielleicht sogar während einer Coronawelle), Bauhof (ist besonders bei Schneefall super), Jobcenter... Das sind schon Bereiche, in denen man Wirkung erzielen kann.

Keeper83

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1700 am: 08.08.2022 09:17 »
Die Entgelttabellen P und S werden ja ebenso verhandelt, mithin können diese Bereiche auch streiken.

Wir haben also Pflegepersonal in den kommunalen Krankenhäusern, Kitas, das kommunale Personal in den Schulen, Entsorgung, Wohnraumsicherung, Jugend, Soziales, Gesundheitsamt (vielleicht sogar während einer Coronawelle), Bauhof (ist besonders bei Schneefall super), Jobcenter... Das sind schon Bereiche, in denen man Wirkung erzielen kann.

Zur Entsorgung: Stadtentwässerung, Kanalbetrieb und Kläranlage.
Nach Möglichkeit etwas auf den Wetterbericht achten und ein Starkregenereignis mit in die Streikphase nehmen.

Die Reaktionen auf nen Wohnkeller voll Scheiße sind mitunter recht amüsant.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1701 am: 08.08.2022 09:34 »
Auch die TV-N sind verbreitet an den TVÖD gekoppelt. Im TV-N NW bspw. wird ausdrücklich die Kündigung der Entgelttabellen im TVÖD auf die des TV-N übertragen. Damit können auch die Kommunalen Verkehrsunternehmen bestreikt werden.

Kaiser80

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1702 am: 08.08.2022 09:53 »

Die Reaktionen auf nen Wohnkeller voll Scheiße sind mitunter recht amüsant.
" Wie, sie haben keine Rückstauklappe? In der Satzung wird und der Kanalanschlussgenehmigung wurde doch ausdrücklich darauf hingewiesen wie sie sich zu schützen haben!"
...Ist dann in 85 % zutreffend und nimmt dem Bürger den Wind aus den Segeln...

Bin aber bei dir, WENN man will kann man schon ne schöne Palette bestreiken. Und hier hat verdi (insbesondere) in der letzte Runde lieber die "gesamtgesellschaftliche Verantwortung" wahrgenommen anstatt Corona voll zu nutzen! Trottel...Nie war die Chance größer


Bastel

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1703 am: 08.08.2022 09:57 »
Trottel...Nie war die Chance größer

Genau so sieht es aus. Was noch hinzukommt ist ein stark ausgeprägtes Helfersyndrom von Menschen in den sozialen Sektoren.

Opa

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1704 am: 08.08.2022 15:07 »
Jobcenter ist etwas schwierig, da in 75% der deutschen Jobcenter zwei Tarifverträge parallel gelten. Und es wäre unrealistisch, zu vermuten, dass die nicht unter den TVöD fallenden Mitarbeiter mit „streiken“. Da diese Kollegen kein Streikrecht für den TVöD haben, müssten sie sich Urlaub o.ä. genehmigen lassen, der rechtssicher aus dringenden betrieblichen Gründen abzulehnen wäre.

Mithin stünde genug Personal zur Verfügung, um die Bereiche weiterlaufen zu lassen, auf die es ankommt.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1705 am: 08.08.2022 15:25 »
Die Entgelttabellen des TV-BA werden doch parallel zum TVÖD verhandelt. Außerdem wäre aufgrund der wirtschaftlichen Verflechtung auch ein Aufruf zum und die Beteiligung an einem Solidaritätsstreik für die Jobcenter-Mitarbeiter, die nicht unter den TVÖD fallen, mutmaßlich zulässig, siehe BAG, Urteil vom 19.06.2007 – 1 AZR 396/06. Erst recht, da sie ja in einem bestreikten Betrieb beschäftigt wären. Urlaub und Streik schließen sich außerdem gegenseitig aus oder wie möchtest Du im Urlaub die Arbeit niederlegen?

TVWaldschrat

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1706 am: 08.08.2022 16:57 »
Die Entgelttabellen P und S werden ja ebenso verhandelt, mithin können diese Bereiche auch streiken.


Könnte aber auch so kommen, dass die AG-Vertreter dann die Tarifverträge aufspalten ;) Wäre nicht das erste Mal.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1707 am: 08.08.2022 16:59 »
Auch das würde zunächst nichts an der Möglichkeit, in diesen Bereichen zu Streiks aufzurufen und sich daran zu beteiligen, ändern.

Opa

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1708 am: 08.08.2022 18:22 »
Die Entgelttabellen des TV-BA werden doch parallel zum TVÖD verhandelt. Außerdem wäre aufgrund der wirtschaftlichen Verflechtung auch ein Aufruf zum und die Beteiligung an einem Solidaritätsstreik für die Jobcenter-Mitarbeiter, die nicht unter den TVÖD fallen, mutmaßlich zulässig, siehe BAG, Urteil vom 19.06.2007 – 1 AZR 396/06. Erst recht, da sie ja in einem bestreikten Betrieb beschäftigt wären. Urlaub und Streik schließen sich außerdem gegenseitig aus oder wie möchtest Du im Urlaub die Arbeit niederlegen?
So war es nicht gemeint- Urlaub nehmen, um z.B. an Kundgebungen teilzunehmen war die Idee dahinter.
Die Tabellen werden meines Wissens nicht zwingend parallel und zudem von verschiedenen Tarifkommissionen verhandelt. Laufzeit scheint aber diesmal zeitgleich zu enden. Da kann ich mich aber auch irren, habe damit eher wenig bis gar nichts zu tun.
Ein Solidaritätsstreik mag rechtlich möglich sein, ich halte so einen Vorgang dennoch für unrealistisch. Aber immerhin haben in der Vergangenheit einige der wenigen Beamten in Jobcentern Urlaub genommen, um sich an Kundgebungen der streikenden Tarif-Beschäftigten zu beteiligen.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1709 am: 08.08.2022 19:38 »
Kundgebungen braucht kein Mensch und interessieren auch niemanden. Ob gewerkschaftsintern unterschiedliche oder die gleichen Funktionäre Buffetfräse spielen, interessiert Dritte auch nicht. Was interessiert ist, was weh tut. Und das sind geschlossene Kitas, verschobene OPs, überquellende Mülleimer, nicht geräumte Straßen, nicht fahrende Busse, nicht ausgezahltes Wohngeld/HLU/usw. Ob dabei noch irgendein Gewerkschafter mit Warnweste rumlungert oder nicht, macht da gar nix. Die Erhöhungen beim TV-BA folgen doch üblicherweise denen des TVÖD, da gibt es beim Solidarstreik auch gesundes Eigeninteresse.