Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 489218 times)

Schmitti

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3060 am: 07.10.2022 09:16 »
Atomkraftwerke finden die Leute immer so toll wie die Anlage möglichst weit vom eigenen Wohnort weg ist
Das ist eine der wenigen Gemeinsamkeiten zur Windenergie, die will ja auch keiner in der Gegend haben, und wenn man vielleicht noch über 1-2 Wasserspeicherkraftwerke nachdenkt wird es auch wenige erfreuen wenn ihr Haus mittendrin steht oder auch nur der Blick in die Landschaft jäh an einer Staumauer endet.
Strom kommt aus der Steckdose, die Einstellugn herrscht vor egal wie welcher Strom dorthin kommt.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3061 am: 07.10.2022 09:20 »
Kraftwerke sind ja grundsätzlich nicht sonderlich schön anzusehen, ich möchte weder auf einen Staudamm noch auf ein Kernkraftwerk noch auf ein Kohle-/Gas-/Ölkraftwerk noch eine Solarzellenwüstung noch auf ein Windkraftwerk o.ä. blicken. Ein naheliegendes Kernkraftwerk ausserhalb meiner Sichtachse würde mich aber überhaupt nicht stören.

Kryne

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3062 am: 07.10.2022 09:50 »
Ich mache mir keine Illusionen, was da im 1. Quartal 2023 rauskommen wird.
Das wird doch nicht viel anders laufen, als bei den Tarifverhandlungen der letzten 10 Jahre.
Die Forderung der Gewerkschaften wird bei ca. 9% für 12 Monate liegen, was mit Glück maximal der Inflationsausgleich wäre.
Drei Verhandlungsrunden sind angesetzt, die Arbeitgeber legen aber ihrerseits bis zum Schluss kein Angebot vor.
Die Gewerkschaften sind darüber empört. Bis auf ein paar Warnstreiks passiert aber nix.
Nach der dritten Verhandlungsrunde wird "hammerhart" die Nacht durch verhandelt.
Am Ende verkünden Verdi-Chef Werneke (SPD) und VKA-Präsidentin Welge (SPD) das Ergebnis:

Die Laufzeit beträgt zwischen 24 und 30 Monaten.
Schöngerechnet kommt man aufsummiert auf 8% für die Gesamtlaufzeit für die unteren Entgeltgruppen und für die oberen Entgeltgruppen entsprechend 1-2% weniger. Warum?
Enthalten ist in den verkündeten 8% nämlich die steuerfreie Coronazahlung von 3000€, die aber natürlich im TV-ÖD max. 1500€ und bei höheren Entgeltgruppen ab E13 dann auch max. 500€ betragen wird.
ARD und ZDF berichten in 2 Sätzen vom "hohen Tarifabschluss" im Öffentlichen Dienst, dessen Ergebnis ja nahe an der Forderung der Gewerkschaften liegt:
9% gefordert, 8% bekommen!
Das die steuerfreie Einmalzahlung aber zu keiner dauerhaften Erhöhung in dieser Höhe führt und die Laufzeit lang ist und noch nicht mal ansatzweise die Inflation ausgleicht, wird nicht berichtet.
Faktisch haben wir alle einen zweistelligen Realeinkommensverlust in den nächsten 2-2,5 Jahren.

Verdi-Wernecke: "Kein überragendes Ergebnis, aber aufgrund der aktuellen Situation war leider nicht mehr möglich *Träne-aus-dem-Augenwinkel-wisch*"

VKA-Welge: "Wir sind weit über unsere Schmerzgrenze hinaus gegangen. Dies ist ein sehr teurer Abschluss für die Bürger, aber gerade für die unteren Entgeltgruppen haben wir doch sehr stark erhöht. Das war uns wichtig. *Blablabla*"

Die Zeiten, in denen man mal länger streikt oder zumindest mal in ein Schlichtungsverfahren geht, sind leider seit Jahren schon vorbei.
Und im Winter traut man sich dann doch nicht mal ein paar Tage da zu streiken, wo es wehtut, also bei Krankenhäusern, Winterstreudiensten, Müllabfuhren etc., weil man die negative Presse fürchtet.


Leider relativ realistisch.

Sollte nicht ein Wunder geschehen und die Gesamtlage bis zum März nächsten Jahres verbessern (was sie nicht tun wird, es wird eher schlimmer), würde ich bei einem solchen Abschluss (vor allem über diesen Zeitraum) tatsächlich ab April Bewerbungen schreiben und meine Karriere im ÖD fürs erste beenden im laufe des Jahres (sobald die Einmalzahlung aufm Konto ist).

Gerne nehme ich dann die ca. 30% mehr Gehalt (plus Firmenwagen mit kompletter Spritkostenübernahme und privater Nutzung) in der PW mit.

Ich verliere in der PW natürlich einige Annehmlichkeiten, brauchen wir uns nix vormachen. Wäre ja nicht für 30% weniger Geld im ÖD, wenn es nicht ein paar andere Vorteile bringen würde.

Bei einem solchen Tarifabschluss würde ich allerdings so ennorm an Lebensqualität einbüßen in den nächsten 1-2 Jahren, dass die Vorteile des ÖD dies nicht mehr ausgleichen würden bei mir.

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3063 am: 07.10.2022 10:01 »
Jetzt mal nicht dramatisieren...

Unsere "guten" Atomkraftwerke produzieren weder ausreichend Strom, noch sind sie zukunftsfähig.

Viel spannender wird es, wenn Russland den Rückzug antritt.
Unsere Atomkraftwerke haben über Jahrzehnte gut, sicher, zuverlässig geliefert..
Alle weg..Emsland jetzt auch raus..da bleiben nur noch die 2 Süddeutschen..
Wie "Grün" muss man sein um die Dramatik nicht zu sehen?

Diese grüne Dramatik sehe ich jeden Tag, wenn ich ins Büro fahre. Atomkraftwerke finden die Leute immer so toll wie die Anlage möglichst weit vom eigenen Wohnort weg ist und die Lagerung des radioaktiven Mülls wird komplett augeblendet. Auf meinem Arbeitsweg fahre ich durch ein Dorf, in dem eine Deponie für schadstoffbelastete, mineralische Abfälle errichtet werden soll. im ganzen Dorf hängen Plakate und es gibt jede Woche eine Kundgebung gegen die Deponie

Jetzt ist das nur eine DK 2 Deponie. Wie reagieren die Leute, wenn in ihrem Dorf ein End- oder Zwischenlager für Atommüll errichtet werden soll? Da zählt doch dann wieder das Florians-Prinzip...

Deshalb sind die unsere guten Atomkraftwerke eben genauso wenig zukunftsfähig wie der Kohleabbau in Deutschland.
und haben auch nicht günstigen Strom produziert.
Und wenn man dann sieht, dass ein/zweifamilien Häuser locker 60% Strom autark durch Dächer werden können, dann fragt man sich warum noch Ziegeldächer erlaubt sind  8)

BTW: Und jetzt nochmal ein Satz Stäbe in die Bayer AKWs zur Volksberuhigung stecken ist doch ok.
Die haben ja schließlich da unten ein Gasstromproblem.
Daher ist es doch logisch, das Nordische AKW abzuschaffen, da haben wir Strom und Gas satt im Zugriff.....

Aber wir schweifen wieder ab.

BAT

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3064 am: 07.10.2022 10:07 »
Es zeugt nur von Ideologie und irrationaler Angst, wenn man überhaupt Gedankengänge zum Weiterbetreiben von AKW für wenige Moante in dieser Zeit macht. Wie irrational kann man sein, ich habe ehrlich gesagt, Angst vor diesen Personen, sei es Wasdennnun oder die Grünen ,etc. Gefährliche Denkweisen, die uns auch in anderen Bereichen noch Kopf und Kragen kosten können.

Erfrischen pragmatisch da der Ansatz von FFF.

Rumo1895

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3065 am: 07.10.2022 11:01 »
Unsere Atomkraftwerke haben über Jahrzehnte gut, sicher, zuverlässig geliefert..

Soviel zum Thema gut und sicher

Aber ehrlich gesagt wird das Ganze doch schon wieder völlig offtopic - oder soll Verdi Laufzeitverlängerungen für AKWs fordern?

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3066 am: 07.10.2022 11:05 »
Die Auflistung beim Laien-stimmen-über-Wahrheiten-ab-Portal zeigt doch sehr deutlich die enorme Sicherheit und Zuverlässigkeit unserer Kernkraftwerke. Das werden auch nur von German Angst erfasste Menschen, die Jodtabletten und Geigerzähler wegen einer KKW-Havarie in Japan in Hamsterkäufen erwerben, anders sehen.

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3067 am: 07.10.2022 11:32 »
Wäre ja nicht für 30% weniger Geld im ÖD, wenn es nicht ein paar andere Vorteile bringen würde.

Können Sie die Vorteile benennen ?Wenn diese ein bisherigen Gehaltsverzicht von 30% gut begründet haben, können das ja keine Peanuts sein.


indianahorst

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3068 am: 07.10.2022 11:33 »

Unsere guten., zuverlässigen Atomkraftwerke wurden platt gemacht..
Irre.., einfach irre..
[x] Du möchtest dich mal mit den Begriffen Grundlast und Spitzenlast beschäftigen und mit der Frage,
ob KKW spitzenlastfähig sind
[ ] Du hast verstanden, dass Strom aus KKWs (neben Gasverstromung) die teuerste aller Erzeugungsarten ist.

Opa

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3069 am: 07.10.2022 11:40 »
Wäre ja nicht für 30% weniger Geld im ÖD, wenn es nicht ein paar andere Vorteile bringen würde.

Können Sie die Vorteile benennen ?Wenn diese ein bisherigen Gehaltsverzicht von 30% gut begründet haben, können das ja keine Peanuts sein.
Muss man jemandem, der im öD arbeitet, jetzt wirklich die Vorteile gegenüber der Privatwirtschaft aufzählen? Rund 5,1 Millionen Menschen haben zum Stichtag 30.06.2021 im öffentlichen Dienst gearbeitet. Jedes Jahr beginnen mehr als 250.000 junge Menschen eine Ausbildung im öD (im engeren Sinne, ohne Sozialversicherungszweige), obwohl in Industrie und Handwerk flächendeckend genügend Ausbildungsplätze angeboten werden und viele davon frei bleiben.
Also sind diese Menschen entweder alle masochistisch veranlagt und wählen einen schlechten Berufsweg, oder sie haben die individuellen Vorteile des Sektors für sich erkannt.
Gegen Hetze im Netz.
Wer allein die Herkunft als Maßstab für den Wert eines Menschen hält, mißachtet das Grundgesetz.

teclis22

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3070 am: 07.10.2022 11:43 »
AKWs sind abolut Grundlastfähig. Regenerative Energien sind es eben nicht.

teclis22

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3071 am: 07.10.2022 11:49 »

 Jedes Jahr beginnen mehr als 250.000 junge Menschen eine Ausbildung im öD (im engeren Sinne, ohne Sozialversicherungszweige), obwohl in Industrie und Handwerk flächendeckend genügend Ausbildungsplätze angeboten werden und viele davon frei bleiben.
Ich habe leider auf die Schnelle keine Studien gefunden, doch vermute ich die Vielzahl träumt dabei von einer Karriere mit Aufstiegen. Ob sie die erreichen ist ein ganz anderes Blatt.
Im Handwerk kommt nach Geselle halt kaum noch was an KArriere. Das ist es dann halt. Außnahme wäre der Meister.  Und die jungen Leute googeln halt alle nach: Lebensnetto und da werden andere Sachen als Handwerk in den Topplätzen sein.

Kat

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3072 am: 07.10.2022 11:51 »
Nach dem Meister können zumindest einige noch studieren (im Bäckerhandwerk z.B. Lebensmitteltechnik), also ist nicht zwingend nach dem Meister schluß.

DiVO

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3073 am: 07.10.2022 11:55 »
AKWs sind abolut Grundlastfähig. Regenerative Energien sind es eben nicht.

Warum sind Wasserkraftwerke nicht grundlastfähig?

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3074 am: 07.10.2022 12:02 »
Das kommt auf den Typus des Wasserkraftwerkes an. Viele Laufwasserkraftwerke, die ganzjährig betrieben werden können, sind es. Pumpspeicherkraftwerke sind es nicht.