Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 703455 times)

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3600 am: 18.10.2022 17:45 »
Sehe ich im allg. Teil ebenso. Ich denke, darauf stellst Du ab, denn danach ist ja die Masse der Beschäftigten eingruppiert. Ansonsten kommt gleich wieder der Verweis auf den einen Ingenieur und die beiden IT-Ler, bei denen es ja genau anders ist.

Kaiser80

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3601 am: 18.10.2022 17:55 »
Sehe ich im allg. Teil ebenso. Ich denke, darauf stellst Du ab, ...
Ja, so ist es gemeint. Zu Ehrenrettung: vor 2-3 Jahren erschien mir der Unterschiedsbetrag EG 12 vs. 13 auch viel zu gering. Daher, wenn auch OT: Man muss sich auch als "normaler" TB, als Personalrat erst recht, einfach mal mit den TM und unbestimmten Rechtsbegriffen der EGO auseinandersetzen, da erscheint dann doch so manches in einem anderen Licht (positiv wie negativ allerdings...)

BAT

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3602 am: 18.10.2022 18:23 »
Wie es auch immer erscheint, es wird durch die sachlich nicht zu begründende Stufen 2 bis 5 sowieso konterkariert.  :)

Matti101

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3603 am: 18.10.2022 19:37 »
Bei den ganzen Diskussionen über den TVÖD sind auch die psychosozialen Wirkungszusammenhänge von großer Bedeutung. Wenn die Beschäftigten über einen mickrigen Tarifabschluss enttäuscht sind, wird sich das auch in der individuellen Motivation niederschlagen, z. B. weniger Engagement bei der Arbeit, Gleichgültigkeit, qualitätive und quantitiative Einschränkungen, womöglich mehr und längere Krankschreibungen u. a. Das Ganze noch bei 19 Grad Raumtemperatur und Arbeitsüberlastung, da offene Stellen mangels Bewerber nicht besetzt werden können.

Schokobon

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3604 am: 18.10.2022 20:36 »
Also alles wie jetzt schon.

Klins Kauski

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3605 am: 18.10.2022 22:49 »
Bei den ganzen Diskussionen über den TVÖD sind auch die psychosozialen Wirkungszusammenhänge von großer Bedeutung. Wenn die Beschäftigten über einen mickrigen Tarifabschluss enttäuscht sind, wird sich das auch in der individuellen Motivation niederschlagen, z. B. weniger Engagement bei der Arbeit, Gleichgültigkeit, qualitätive und quantitiative Einschränkungen, womöglich mehr und längere Krankschreibungen u. a. Das Ganze noch bei 19 Grad Raumtemperatur und Arbeitsüberlastung, da offene Stellen mangels Bewerber nicht besetzt werden können.

Sehe ich ähnlich. Dazu noch die Nachwirkungen der letzten Corona-Jahre, diverse Skandälchen der Entscheider und Höhergestellten in der Landes- und Bundespolitik und schon denkt sich der eine oder andere „ihr könnt mich mal…“

Kryne

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3606 am: 19.10.2022 07:13 »
In der Chemie ist das Ergebnis da:
6,5% in zwei Stufen.
3,25% zum 1.1.2023
3,25% zum 1.1.2024
+
3000€ Netto Einmalzahlung in zwei Stufen jeweils 2023 und 2024

Laufzeit 20 Monate zum 30.06.2024

Leider eine absolute Frechheit.

Wobei man hier halt ehrlich sein muss, dass viele Firmen in dieser Branche gerade riesige Probleme haben, da sie sehr energieintensiv sind.

Noch dazu ist das eine Branche die zumindest in großen Teilen mittelfristig komplett den Rückzug aus Deutschland antreten könnte und zum Teil bei dieser Energiepolitik auch zwangsweise antreten wird.

Da wir ja unsere Büros nur noch auf 19 Grad heizen sind wir ja im ÖD nicht wirklich energieintensiv unterwegs.

Und die Gefahr, dass die Rathäuser ins Ausland umziehen, sehe ich aktuell auch (noch) nicht wirklich. Auch wenn in so mancher Personaler Klitsche vermutlich die Korken knallen würden, wenn man die Verwaltung komplett in ein indisches Callcenter auslagern könnte.

Britta2

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3607 am: 19.10.2022 07:27 »
Bei den ganzen Diskussionen über den TVÖD sind auch die psychosozialen Wirkungszusammenhänge von großer Bedeutung. Wenn die Beschäftigten über einen mickrigen Tarifabschluss enttäuscht sind, wird sich das auch in der individuellen Motivation niederschlagen, z. B. weniger Engagement bei der Arbeit, Gleichgültigkeit, qualitätive und quantitiative Einschränkungen, womöglich mehr und längere Krankschreibungen u. a. Das Ganze noch bei 19 Grad Raumtemperatur und Arbeitsüberlastung, da offene Stellen mangels Bewerber nicht besetzt werden können.

LMAA oder innere Kündigung genannt. Dann wird vom Arbeitgeber ein Gesundheitskurs zur Tiefenentspannung bei Stress angeboten ...

Die Frechheit am Abschluss in der Chemie (als unsere Vorgabe ab Januar!) ist - dass Scholz einst allen Unternehmen die Inflationszahlung "bis 3.000 Euro" nahe legte - aber diese prompt als Teil von TARIFVERHANDLUNGEN rechnerisch übernommen wird.  Milchmädchenrechnung --- wenn Harzer leere Bierflaschen ind Parks und aus Mülltonnen suchen - zieht die Arge denen auch sofort die natürlich zu meldenden Beträge wieder vom Auszahlbetrag ab? Nichts ist undenkbar in diesem Lande.

Bastel

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3608 am: 19.10.2022 07:48 »
--- wenn Harzer leere Bierflaschen ind Parks und aus Mülltonnen suchen - zieht die Arge denen auch sofort die natürlich zu meldenden Beträge wieder vom Auszahlbetrag ab?

Wenn der Hartzer gewisse Beträge meldet, wird seine Leistung gekürzt.

Queen of Spades

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3609 am: 19.10.2022 07:52 »
die Chemie Branche hat in den letzten Jahren so gute Ergebnisse erzielt, da werden die das schon verkraften.

https://www.welt.de/wirtschaft/article241650737/Chemie-Tarifeinigung-Das-heikle-Signal-des-besten-Abschlusses-seit-30-Jahren.html

Zitat
„Ob dieser Abschluss tatsächlich ein Signal an die anderen Branchen sendet, bleibt abzuwarten“, sagt Hagen Lesch, Arbeitsmarktexperte des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) gegenüber WELT. „Ich bezweifle, dass Ver.di und IG Metall sich exakt daran orientieren werden. Das letzte Mal, dass ein Tarifabschluss der IGBCE eine dämpfende Signalwirkung auf andere Branchen hatte, war im Jahr 2000 – also vor mehr als 20 Jahren.“


Bastel

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3610 am: 19.10.2022 08:16 »
Verdi muss erstmal ein besseres Ergebnis verhandeln. Noch bin ich da skeptisch.

Philipp

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3611 am: 19.10.2022 09:14 »
Also aus Kreisen der Finanzberatungen in verschiedenen Kommunen habe ich munkeln gehört, der VKA empfehle für die Haushalte eine Personalkostensteigerung von 4% für 2023 einzupreisen - der Betrag würde auch von der Kommunalaufsicht akzeptiert.

Das wäre ja, rechnet man noch Stufenaufstiege etc. ab deutlich weniger als 10% mehr Tarifgehalt.

Silentgalaxy

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3612 am: 19.10.2022 09:32 »
Damit steht für Verdi schon das beste Ergebnis aller Zeiten fest!

Kühlschrank

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3613 am: 19.10.2022 09:34 »
Also aus Kreisen der Finanzberatungen in verschiedenen Kommunen habe ich munkeln gehört, der VKA empfehle für die Haushalte eine Personalkostensteigerung von 4% für 2023 einzupreisen - der Betrag würde auch von der Kommunalaufsicht akzeptiert.

Das wäre ja, rechnet man noch Stufenaufstiege etc. ab deutlich weniger als 10% mehr Tarifgehalt.

Unsere Personaler haben die nächsten Haushaltsansätze auch mit +5% vorgesehen ...

Herbert Meyer

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3614 am: 19.10.2022 09:42 »
die Chemie Branche hat in den letzten Jahren so gute Ergebnisse erzielt, da werden die das schon verkraften.

https://www.welt.de/wirtschaft/article241650737/Chemie-Tarifeinigung-Das-heikle-Signal-des-besten-Abschlusses-seit-30-Jahren.html

Zitat
„Ob dieser Abschluss tatsächlich ein Signal an die anderen Branchen sendet, bleibt abzuwarten“, sagt Hagen Lesch, Arbeitsmarktexperte des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) gegenüber WELT. „Ich bezweifle, dass Ver.di und IG Metall sich exakt daran orientieren werden. Das letzte Mal, dass ein Tarifabschluss der IGBCE eine dämpfende Signalwirkung auf andere Branchen hatte, war im Jahr 2000 – also vor mehr als 20 Jahren.“

Die schönste Passage aus dem Artikel wurde ja noch gar nicht aufgegriffen. Die kann man sich heute mal genüsslich bei einem Kaffee auf der Zunge zergehen lassen:

"„Deutschland muss nach Schätzungen des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel allein in diesem Jahr 123 Milliarden Euro mehr für seine Energieimporte ausgeben, im nächsten Jahr sogar 136 Milliarden“, sagt Lesch. Dadurch ergebe sich ein Wohlstandsverlust – nicht nur für Arbeitnehmer und Unternehmen, sondern auch für Angestellte im Öffentlichen Dienst.

„Offenbar glauben die Gewerkschaften aber, dass das Risiko, den Arbeitsplatz zu verlieren, im Öffentlichen Dienst überschaubar ist“, sagt Lesch. „Was sie aber ignorieren: Die dadurch aufgehäuften Schulden schränken künftige Lohnverhandlungsspielräume ebenso ein wie künftige Einstellungspotenziale.“