Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 489258 times)

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4245 am: 22.11.2022 20:44 »
Noch eine Frage an dich SVA:

Ich schätze dich als Menschen mit marktwirtschaftlicher Orientierung ein.
Richtig?

Vor diesen Hintergrund: Siehst du es für einen AN nicht als geboten an, ein Alleinstellungsmerkmal, wie beispielsweise die Beherrschung der japanischen Sprache, und deren Anwendung im Rahmen des Arbeitsverhältnisses, monetär vom Arbeitgeber vergüten zu lassen?

Ich jetzt komm mir bitte nicht mit „Leistung mittlerer Art und Güte“.

Marktwirtschaft bedarf eines Rechtsrahmens. Zu diesem gehört es, Verträge einzuhalten. Das halte ich für geboten.

Das beantwortet meine Frage nicht.

Doch, das beantwortet sie vollumfänglich. Übt der Arbeitgeber sein Direktionsrecht aus, hat der Arbeitnehmer auch dann Leistung mittlerer Art und Güte zu erbringen, wenn er deshalb einen Furz quersitzen hat. Ansonsten erfüllt er seinen Vertrag nicht. Auf die Erfüllung von Verträgen beruht aber der Austausch von Waren und Dienstleistungen.

Matti101

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4246 am: 22.11.2022 20:44 »
....ob das Direktionsrecht alltäglich millionenfach wirksam angewendet wird, ist die Frage. Ich habe da meine Zweifel. Viele Arbeitnehmer haben ihre Position vor dem Hintergrund des akuten Fachkräftemangels erkannt und ich sehe überwiegend die Machtlosigkeit der Arbeitgeber und sogar der Gesetzgeber.

Ein weiteres Beipiel soll dies aus meiner Sicht verdeutlichen: Tausende Pflegekräfte haben sich vor einem Jahr der Coroana - Impfpflicht widersetzt. In den meisten Fällen ist das ohne Konsequenzen geblieben. Denn auch in der Pflege herrscht akuter Arbeitskräftemangel.
Ich sehe keine Machtlosigkeit "der" Arbeitgeber, manche dürften das aber wohl sein.  Die Bestimmung von Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung findet tagtäglich zig millionenfach statt und hat auch Wirkung. Oder bezweifelst Du, dass bspw. Schichtpläne geschrieben werden?

....das mag schon sein, aber auch bei den Schichtplänen geraten Arbeitgeber an ihre Grenzen. Wenn z. B. die alleinerziehende Mutter nur in der Frühschicht arbeiten möchte, hat der Arbeitgeber i. d. R. die Wahl, dem Wunsch der Arbeitnehmerin zu entsprechen oder das Beschäftigungsverhältnis zu beenden. Letzteres wird wiederum schwierig.... eine Arbeitskraft mit ständiger Frühschicht ist besser als keine Arbeitskraft.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4247 am: 22.11.2022 20:45 »
Auch das ist eine unbeachtliche Vorbringung, denn mit der Veröffentlichung des Dienstplans übt der Arbeitgeber sein Direktionsrecht aus, egal, wie dieser zustandegekommen ist.

tonystaks

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4248 am: 22.11.2022 20:48 »
Noch eine Frage an dich SVA:

Ich schätze dich als Menschen mit marktwirtschaftlicher Orientierung ein.
Richtig?

Vor diesen Hintergrund: Siehst du es für einen AN nicht als geboten an, ein Alleinstellungsmerkmal, wie beispielsweise die Beherrschung der japanischen Sprache, und deren Anwendung im Rahmen des Arbeitsverhältnisses, monetär vom Arbeitgeber vergüten zu lassen?

Ich jetzt komm mir bitte nicht mit „Leistung mittlerer Art und Güte“.

Marktwirtschaft bedarf eines Rechtsrahmens. Zu diesem gehört es, Verträge einzuhalten. Das halte ich für geboten.

Das beantwortet meine Frage nicht.

Doch, das beantwortet sie vollumfänglich. Übt der Arbeitgeber sein Direktionsrecht aus, hat der Arbeitnehmer auch dann Leistung mittlerer Art und Güte zu erbringen, wenn er deshalb einen Furz quersitzen hat. Ansonsten erfüllt er seinen Vertrag nicht. Auf die Erfüllung von Verträgen beruht aber der Austausch von Waren und Dienstleistungen.

Nein. Die Frage war nicht, ob die Marktwirtschaft eines Rechtsrahmens bedarf.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4249 am: 22.11.2022 20:49 »
Da das weder Kern noch ausschließlicher Inhalt meiner Antwort war, kann das dahingestellt bleiben.

Matti101

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4250 am: 22.11.2022 20:54 »
Auch das ist eine unbeachtliche Vorbringung, denn mit der Veröffentlichung des Dienstplans übt der Arbeitgeber sein Direktionsrecht aus, egal, wie dieser zustandegekommen ist.

...unter den heutigen Gegebenheiten arbeiten Dienstvorgesetzte und Mitarbeiter bei der Erstellung von Schichtplänen zusammen (Kooperation), die Arbeitgeber sind gehalten, die Wünsche der Mitarbeiter weitestgehend zu berücksichtigen, ansonsten ist die Existenz der Einrichtung in Gefahr.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4251 am: 22.11.2022 20:56 »
Wer hält Arbeitgeber dazu an? Und was ändert Kooperation bei der Erstellung des Dienstplans an der Ausübung des Direktionsrechts durch den Arbeitgeber durch dessen Veröffentlichung?

Matti101

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4252 am: 22.11.2022 20:58 »
Wer hält Arbeitgeber dazu an? Und was ändert Kooperation bei der Erstellung des Dienstplans an der Ausübung des Direktionsrechts durch den Arbeitgeber durch dessen Veröffentlichung?

Der Arbeitskräftemangel hält Arbeitgeber dazu an, bei der Erstellung von Dienstplänen zu kooperieren. Ansonsten suchen sich die Mitarbeiter eine andere Arbeitsstelle, die ihre Wünsche berücksichtigt.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4253 am: 22.11.2022 21:02 »
Der Arbeitskräftemangel kann niemanden zu etwas anhalten, da er zu keiner Handlung fähig ist. Und was ändert Kooperation bei der Erstellung des Dienstplans an der Ausübung des Direktionsrechts durch den Arbeitgeber durch dessen Veröffentlichung?

tonystaks

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4254 am: 22.11.2022 21:06 »
So wie der AG sein Direktionsrecht ausüben kann, kann der AN auch sein Kündigungsrecht ausüben. Als einseitige
Willenserklärung.

In Folge kann der AG in der verbleibenden Belegschaft dann weiter von seinem Direktionsrecht gebrauch machen und den Postwagenschubser mit der Übersetzung japanischer Texte beauftragen. Oder den Justiziar mit der Reparatur der defekten Heizungsanlage. Und selbstverständlich kann er dabei auf die Erbringung einer Leistung mittlerer Art und Güte bestehen.  ;)

Matti101

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4255 am: 22.11.2022 21:08 »
Der Arbeitskräftemangel kann niemanden zu etwas anhalten, da er zu keiner Handlung fähig ist. Und was ändert Kooperation bei der Erstellung des Dienstplans an der Ausübung des Direktionsrechts durch den Arbeitgeber durch dessen Veröffentlichung?


Der Arbeitskräftemangel stellt die tatsächliche Ausgangssituation dar. Arbeitnehmer haben die Auswahl. Sie werden sich den Arbeitgeber mit den für sie besten Bedingungen aussuchen. In diesem Zusammenhang ist ein Direktionsrecht obsolet.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4256 am: 22.11.2022 21:09 »
So wie der AG sein Direktionsrecht ausüben kann, kann der AN auch sein Kündigungsrecht ausüben. Als einseitige
Willenserklärung.

In Folge kann der AG in der verbleibenden Belegschaft dann weiter von seinem Direktionsrecht gebrauch machen und den Postwagenschubser mit der Übersetzung japanischer Texte beauftragen. Oder den Justiziar mit der Reparatur der defekten Heizungsanlage. Und selbstverständlich kann er dabei auf die Erbringung einer Leistung mittlerer Art und Güte bestehen.  ;)
Das mag sein oder nicht so sein. Es ändert nichts an der Reichweite des Direktionsrechts und daran, dass es täglich zig millionenfach ausgeübt wird.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4257 am: 22.11.2022 21:09 »
Der Arbeitskräftemangel kann niemanden zu etwas anhalten, da er zu keiner Handlung fähig ist. Und was ändert Kooperation bei der Erstellung des Dienstplans an der Ausübung des Direktionsrechts durch den Arbeitgeber durch dessen Veröffentlichung?


Der Arbeitskräftemangel stellt die tatsächliche Ausgangssituation dar. Arbeitnehmer haben die Auswahl. Sie werden sich den Arbeitgeber mit den für sie besten Bedingungen aussuchen. In diesem Zusammenhang ist ein Direktionsrecht obsolet.

Also ziehst Du jetzt doch in Zweifel, dass bspw. Dienstpläne geschrieben werden?

Matti101

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4258 am: 22.11.2022 21:16 »
Der Arbeitskräftemangel kann niemanden zu etwas anhalten, da er zu keiner Handlung fähig ist. Und was ändert Kooperation bei der Erstellung des Dienstplans an der Ausübung des Direktionsrechts durch den Arbeitgeber durch dessen Veröffentlichung?


Der Arbeitskräftemangel stellt die tatsächliche Ausgangssituation dar. Arbeitnehmer haben die Auswahl. Sie werden sich den Arbeitgeber mit den für sie besten Bedingungen aussuchen. In diesem Zusammenhang ist ein Direktionsrecht obsolet.

Also ziehst Du jetzt doch in Zweifel, dass bspw. Dienstpläne geschrieben werden?

...sicherlich werden Dienstpläne geschrieben, aber nicht im Über- und Unterordnungsprinzip bzw. im Sinne von Anweisung, sondern i. d. R. in kooperativen Absprachen zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten. Letztere berücksichtigen die Wünsche so gut es geht, um ihre Mitarbeiter möglichst lange zu halten.

tonystaks

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« Antwort #4259 am: 22.11.2022 21:16 »
So wie der AG sein Direktionsrecht ausüben kann, kann der AN auch sein Kündigungsrecht ausüben. Als einseitige
Willenserklärung.

In Folge kann der AG in der verbleibenden Belegschaft dann weiter von seinem Direktionsrecht gebrauch machen und den Postwagenschubser mit der Übersetzung japanischer Texte beauftragen. Oder den Justiziar mit der Reparatur der defekten Heizungsanlage. Und selbstverständlich kann er dabei auf die Erbringung einer Leistung mittlerer Art und Güte bestehen.  ;)
Das mag sein oder nicht so sein. Es ändert nichts an der Reichweite des Direktionsrechts und daran, dass es täglich zig millionenfach ausgeübt wird.

Genau das habe ich mit dem ersten Satz zum Ausdruck gebracht.