Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 708249 times)

Philipp

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4020 am: 15.11.2022 10:46 »
Business as usual:

3,x % in 2023, 3,x% in 2024 und 24 Monate Laufzeit.

2000€ Inflationsausgleich für EG < 8
1500€ Inflationsausgleich für EG 8 - 12
1000€ Inflationsausgleich für EG >12

Addams

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4021 am: 15.11.2022 12:28 »
Business as usual:

3,x % in 2023, 3,x% in 2024 und 24 Monate Laufzeit.

2000€ Inflationsausgleich für EG < 8
1500€ Inflationsausgleich für EG 8 - 12
1000€ Inflationsausgleich für EG >12

Deckt sich in etwa mit meiner Einschätzung, mit einer Ausnahme: Ich denke, die Zahlung des Inflationsausgleichs wird als Verschleierung einer anfänglichen Nullrunde von 6-12 Monaten Dauer genutzt, so dass die prozentuale Erhöhung erst ab frühestens zweites Halbjahr 2023 startet. Gesamtlaufzeit daher 30-36 Monate, was bei einer Gesamterhöhung von 7% bei drei Jahren Laufzeit gerade mal etwa 2,3% per anno entspräche.

Die Rundfunkanstalten werden sich mit Schlagzeilen und Tickermeldungen überschlagen in der Art "7% Lohnplus! Deutlich mehr Gehalt für die Angestellten des Bundes und der kommunalen Arbeitgeber in Zeiten klammer Kassen!", das gemeine Volk wird sich in Foren und am Stammtisch darüber echauffieren, dass "die Beamten" [sic!] doch eh schon viel zu viel verdienen, und die Verdi-Verteter werden, nachdem die letzten Schnittchen vertilgt wurden, Jubelarien über den besten Abschluss aller Zeiten in die Welt hinausposaunen.

Wenn es nicht so traurig wäre...

Bastel

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4022 am: 15.11.2022 12:47 »
Wer meldet klamme Kassen? Der Staat hat Rekordeinnahmen.

TVWaldschrat

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4023 am: 15.11.2022 13:08 »
Wer meldet klamme Kassen? Der Staat hat Rekordeinnahmen.

Erstmal müssen aber die Schulden aus der Corona-Pandemie abbezahlt werden, is ja klar.

Dpunkt

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4024 am: 15.11.2022 19:13 »
https://www.stern.de/news/arbeitgeber-weisen-gewerkschaftsforderung-fuer-bund-und-kommunen-erneut-zurueck-32909574.html

" Die Gewerkschaftsforderungen lägen deutlich über der sogenannten Kern-Inflation und berücksichtigten nicht die Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung"

In der Kerninflation werden die Preise für Lebensmittel und der Energiesektor nicht berücksichtigt. Gerade die beiden Sektoren machen doch Otto Normalverbraucher das Leben schwer.

Beamtenmichel

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4025 am: 15.11.2022 20:13 »
https://www.stern.de/news/arbeitgeber-weisen-gewerkschaftsforderung-fuer-bund-und-kommunen-erneut-zurueck-32909574.html

" Die Gewerkschaftsforderungen lägen deutlich über der sogenannten Kern-Inflation und berücksichtigten nicht die Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung"

In der Kerninflation werden die Preise für Lebensmittel und der Energiesektor nicht berücksichtigt. Gerade die beiden Sektoren machen doch Otto Normalverbraucher das Leben schwer.

Genau! Immer hindrehen wie es einem passt. Dieses widerliche Politikergesocks. Wie wäre es wenn man einmal die Diäten kürzt? Oder nicht Milliarden für Scheibe raushaut?

BAT

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4026 am: 15.11.2022 20:15 »
Was ist das für eine Ausdrucksweise?

Ich erwarte auch, das "die Politik" mit meinen Steuergeldern gut umgeht. Und ich warte harte Verhandlungspartner, AUF BEIDEN SEITEN.

Britta2

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4027 am: 16.11.2022 07:57 »
Business as usual:

3,x % in 2023, 3,x% in 2024 und 24 Monate Laufzeit.

2000€ Inflationsausgleich für EG < 8
1500€ Inflationsausgleich für EG 8 - 12
1000€ Inflationsausgleich für EG >12

Deckt sich in etwa mit meiner Einschätzung, mit einer Ausnahme: Ich denke, die Zahlung des Inflationsausgleichs wird als Verschleierung einer anfänglichen Nullrunde von 6-12 Monaten Dauer genutzt, so dass die prozentuale Erhöhung erst ab frühestens zweites Halbjahr 2023 startet. Gesamtlaufzeit daher 30-36 Monate, was bei einer Gesamterhöhung von 7% bei drei Jahren Laufzeit gerade mal etwa 2,3% per anno entspräche.

Die Rundfunkanstalten werden sich mit Schlagzeilen und Tickermeldungen überschlagen in der Art "7% Lohnplus! Deutlich mehr Gehalt für die Angestellten des Bundes und der kommunalen Arbeitgeber in Zeiten klammer Kassen!", das gemeine Volk wird sich in Foren und am Stammtisch darüber echauffieren, dass "die Beamten" [sic!] doch eh schon viel zu viel verdienen, und die Verdi-Verteter werden, nachdem die letzten Schnittchen vertilgt wurden, Jubelarien über den besten Abschluss aller Zeiten in die Welt hinausposaunen.

Wenn es nicht so traurig wäre...

Business as usual. Sehe ich leider genauso. Wobei man wirklich den Medien zuschreiben MUSS, dass sie gar nicht neutral berichten dürfen oder sich selbst schaden. Medien waren, sind und bleiben gesteuert. Sonst wären sie verboten. Mitarbeiter der Medien haben sich an die Anweisungen zu halten oder riskieren die Kündigung. Das ist in Deutschland nicht anders als im Rest der Welt. Und das ggilt niccht ur für diese Berufsgruppe ...

Was noch traurigr ist, ist, dass selbst diese mögliche Zahlung des Inflationsausgleichs garantiert gesplittet und zeitverzögerte Teilzahlungen bestimmt werden. Und uns wird auf jeden Fall sebst die Erhöhung seit dem 1.7. in 2020 wieder vorgeworfen. Agitation und Propaganda. Wir bleiben eben doch nicht gleicher sondern sind die Privilegierten mit ganz besonderem Arbeitgeber. Egal, was ein Herr Scholz der Bevölkerung verspricht. Natürlich ist an allem nur die Kompliziertheit der einzuhaltenden Gesetze und umständliche technische Umsetzung Schuld. Sobald es um das Thema Auszahlung geht.

Kat

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4028 am: 16.11.2022 08:08 »
Ah ja. Und wer steuert die Medien und wie läuft das abj? Jeder BEricht wird Herrn Scholz zur ABnahme vorgelegt odere was?

Selten so einen SChwachsinn gelesen.

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4029 am: 16.11.2022 08:13 »
Business as usual.
Ja stimmt absolut: Solange der Arbeitsmarkt keinen ausreichenden Lohndruck erzeugt, werden auch diese AGs nur die notwendigsten Löhne zahlen (und im öD zahlen müssen).
Dort wo der Arbeitsmarkt ein Lohndruck erzeugt, da werden die flexibleren AGs die besseren Marktchancen nutzen, während die anderen leer ausgehen oder die Restposten einsammeln.
Business as usual!
Und wenn der Entscheider politisch motiviert vor Stammtisch Parolen Angst hat, dann wird er eben die Personalkosten klein halten und via Sachkosten marktgerechte Preise zahlen oder hier und da einen AT Vertrag erlauben, aber nur dort wo der Staat mit Klagen wg. Scheinselbständigkeit droht  ;D

Knorke

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4030 am: 16.11.2022 08:15 »

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Business as usual. Sehe ich leider genauso. Wobei man wirklich den Medien zuschreiben MUSS, dass sie gar nicht neutral berichten dürfen oder sich selbst schaden. Medien waren, sind und bleiben gesteuert. Sonst wären sie verboten. Mitarbeiter der Medien haben sich an die Anweisungen zu halten oder riskieren die Kündigung. Das ist in Deutschland nicht anders als im Rest der Welt. Und das ggilt niccht ur für diese Berufsgruppe ...

[/quote]
Das sind ganz klare Falsch- oder Fehlinformation und wurden gemeldet. Sowas braucht hier keiner.
"Etwas nicht tun zu können, heißt noch lange nicht, es nicht zu tun."

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4031 am: 16.11.2022 08:33 »
Na, zum Glück haben wir einen Blockwart mit Gratismut, der uns vor Brittas Aluhutgebrabbel beschützt. Nicht, dass am Ende noch einer selber denken muss... Wo kämen wir denn da hin?!?

Schmitti

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4032 am: 16.11.2022 08:34 »
Der Vorsitzende des KAV RP, Dr. Sprenger, hat sich heute in einem Newsletter u.a. wie folgt geäußert:

Zur Forderung in Relation zur Inflation von 10,4% im Oktober:
Zitat
Eine Momentaufnahme ist kein Jahreswert. Die Inflation ist zu einem Drittel energiegetrieben. Die Nah-rungsmittelpreise tragen ein Sechstel bei. Ohne diese Güter lag die Inflation bei 5 %. Zudem ist das Forderungsvolumen viel größer als 10,5 %. Wegen des Mindestbetrags von 500 Euro, der bis in die EG 14 wirken soll, sind es 14 bis 15 %. Am unteren Tabellenende soll das Lohnplus über 24 % betragen. So hoch ist keine Inflation und keine Inflationserwartung.
...
Die Zeit bleibt nicht stehen. Als die Gewerkschaften ihre Forderungen am 11. Oktober präsentiert haben, war noch keine Gas- und Strompreisbremse in Sicht. Darauf einigten sich Bund und Länder erst am 2. November.
...
Die Einsicht, dass der Staat jetzt einige Lasten übernimmt, kann eine Tarifeinigung erleichtern. Das Gleiche gilt für die Einbeziehung steuer- und sozialabgabenfreier Komponenten, die der Arbeitgeber brutto für netto direkt in den Geldbeutel der Beschäftigten zahlen kann. Die Lohnnebenkosten eines Tarifabschlusses zu senken, hilft in der jetzi-gen Situation auch, sich zusammenzuraufen.

Auf die Frage, was man in der Tarifrunde sonst noch diskutieren muss:
Zitat
Wir brauchen Lösungen gegen den Fachkräftemangel in den kommunalen Verwaltungen und Betrieben. Unsere Mitglieder finden für Stellen ab der EG 12, teilweise schon ab der EG 10, immer weniger Nachwuchs. Im Ingenieursbereich, in den IT-Berufen, aber auch bei der Gewinnung von Verwal-tungsfachleuten reichen die Tabellenentgelte nicht mehr. Auch Berufserfahrene wollen oft nicht wechseln. Mit der geringen Entgeltdifferenz zwischen der EG 12 und der EG 13 setzt der TVöD den Fehlanreiz, lieber nicht mehr Verantwortung zu übernehmen. Dort müssen die Entgelte attraktiver werden. Das kann über gezielte Tabellenerhöhungen, aber etwa auch über höhere Sätze bei der Jahressonderzahlung geschehen. Mit den krummen, nach oben hin schwindenden Prozentsätzen im TVöD lockt man niemanden. Was Gratifikation sein soll, riecht leider nach Knausrigkeit.

Den Verweis auf die staatlichen/v.a. kommunalen Haushaltslagen spart er sich übrigens, dafür hat er ein neues wichtiges Ziel von Tarifpolitik erkannt:
Zitat
Putins Neoimperialismus richtet sich gegen das friedliche Zusammenleben der Völker in Europa und der Welt. Als Sozialpartner sind wir uns einig, dass die Aggression keinen Erfolg haben darf. Das verbindet im Ziel. Streiten müssen wir über den richtigen Weg, das heißt mit welcher Tarifpolitik wir dieses Ziel unterstützen.
"Und Sergej Viktorovič, was gibts neues an der Front?"
"Nicht viel Wladimir Wladimirowitsch, aber der öD in Deutschland hat sich auf 4% Tariferhöhung geeinigt"
"Oh Mist, dann ziehen wir uns wohl doch besser zurück. Nastrovje."

Flying

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4033 am: 16.11.2022 08:36 »
Business as usual:

3,x % in 2023, 3,x% in 2024 und 24 Monate Laufzeit.

2000€ Inflationsausgleich für EG < 8
1500€ Inflationsausgleich für EG 8 - 12
1000€ Inflationsausgleich für EG >12

Deckt sich in etwa mit meiner Einschätzung, mit einer Ausnahme: Ich denke, die Zahlung des Inflationsausgleichs wird als Verschleierung einer anfänglichen Nullrunde von 6-12 Monaten Dauer genutzt, so dass die prozentuale Erhöhung erst ab frühestens zweites Halbjahr 2023 startet. Gesamtlaufzeit daher 30-36 Monate, was bei einer Gesamterhöhung von 7% bei drei Jahren Laufzeit gerade mal etwa 2,3% per anno entspräche.

Die Rundfunkanstalten werden sich mit Schlagzeilen und Tickermeldungen überschlagen in der Art "7% Lohnplus! Deutlich mehr Gehalt für die Angestellten des Bundes und der kommunalen Arbeitgeber in Zeiten klammer Kassen!", das gemeine Volk wird sich in Foren und am Stammtisch darüber echauffieren, dass "die Beamten" [sic!] doch eh schon viel zu viel verdienen, und die Verdi-Verteter werden, nachdem die letzten Schnittchen vertilgt wurden, Jubelarien über den besten Abschluss aller Zeiten in die Welt hinausposaunen.

Wenn es nicht so traurig wäre...

Business as usual. Sehe ich leider genauso. Wobei man wirklich den Medien zuschreiben MUSS, dass sie gar nicht neutral berichten dürfen oder sich selbst schaden. Medien waren, sind und bleiben gesteuert. Sonst wären sie verboten. Mitarbeiter der Medien haben sich an die Anweisungen zu halten oder riskieren die Kündigung. Das ist in Deutschland nicht anders als im Rest der Welt. Und das ggilt niccht ur für diese Berufsgruppe ...

Was noch traurigr ist, ist, dass selbst diese mögliche Zahlung des Inflationsausgleichs garantiert gesplittet und zeitverzögerte Teilzahlungen bestimmt werden. Und uns wird auf jeden Fall sebst die Erhöhung seit dem 1.7. in 2020 wieder vorgeworfen. Agitation und Propaganda. Wir bleiben eben doch nicht gleicher sondern sind die Privilegierten mit ganz besonderem Arbeitgeber. Egal, was ein Herr Scholz der Bevölkerung verspricht. Natürlich ist an allem nur die Kompliziertheit der einzuhaltenden Gesetze und umständliche technische Umsetzung Schuld. Sobald es um das Thema Auszahlung geht.

Alles ist schlecht und die anderen sind Schuld...
Ich kann mir vorstellen, welche Partei du wählst..

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4034 am: 16.11.2022 09:04 »
Danke Schmitti für die Zusammenfassung.
Zitat
Mit der geringen Entgeltdifferenz zwischen der EG 12 und der EG 13 setzt der TVöD den Fehlanreiz, lieber nicht mehr Verantwortung zu übernehmen. Dort müssen die Entgelte attraktiver werden.
Allein, wo in der EGO ist denn mit dem Wechsel von EG12 auf EG13 ein Anstieg an Verantwortung verbunden?
Dass sind doch eher Exoten, oder? Mir fällt nur EG13 Fg1 bei den ITler ein, EG13 bei den Ings, EG13 Beschäftigte in Leitstellen, Vermessungsingenieure wo dieses Problem existiert.
Das sollte man mit einem anheben dieser Gruppe auf EG14 heilen.