Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 489250 times)

SpotJ

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3510 am: 14.10.2022 23:23 »
Wie würde das eigentlich aussehen, wenn sich irgendwann genug Akademiker finden würden, die eine eigene Gewerkschaft gründen um für >E9 zu verhandeln? Die TVöD Tabelle würde dann ja quasi oben abgeschnitten und Verdi verhandelt für diese nicht mehr. Schaffung eines neuen Tarifs. Aber wie würde das ablaufen? Könnte Verdi das blockieren?
Marburger Bund macht das ja zB für die Ärzte
Wir kennen die Zeiten der ötv..
Das waren noch Typen!
In Krisenzeiten..immer noch ein paar Prozente für den öffentlichen Dienst herausgeholt...
Was jetzt für Leute bei ver.di komba und co sitzen.
Erschreckend..
Wir sagen jetzt schon vorher.., eine enttäuschende Tarifrunde 2023 wird es geben.
Eine "hohe" Einmalzahlung plus bescheidende tabellenwirksame Erhöhung wirds geben..
Rechnet man das dann durch wird es Reallohnverlust geben...
Nur mal zur Info: Die Lebensmittelpreise werden > Frühjahr erst noch steigen..
Die Preissteigerungen bisher sind erst der Anfang....
Das explodiert im Frühjahr 2023 erst...

ja..genau.. Das ist ja der Grund der Frage

skiveren

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3511 am: 15.10.2022 00:01 »
Was für ein langweiliges Leben muss man eigentlich haben, um 24/7 fremde Leute im Forum zu beleidigen?
Wir kennen deutsche Gebührenzahler..10 Cent mehr im Monat für die Müllabfuhr sind zu zahlen.Die deutschen Typen/Gebührenzahler beauftragen nen Anwalt..und klagen..
Die Deutschen wissen noch gar nicht was ab 2023 los sein wird..

Admin2

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3512 am: 15.10.2022 02:34 »
Könnt ihr das nicht endlich mal beenden oder woanders austragen. Es ist mega nervig und nicht zielführend. Der bereits gefallene Begriff „Kindergarten“ trifft es sehr gut.

Wie wenig zielführend und nervig, ja direkt unnötig ist denn Dein Beitrag, wenn man bedenkt, dass die Diskussion längst vorüber ist, weil sich der Störer hier abgemeldet hat? Kannst Du das nicht irgendwo anders ausleben? Der Begriff "geltungssüchtige Dramaqueen" trifft das wohl sehr gut.

Lieber "JesuisSVA", "Spid" oder wie auch immer du dich nennst,
ich sehe hier nur einen "Störer" und der bist leider du...
Ich lese hier jetzt schon einige Jahre mit und bin immer wieder entsetzt über deine Entgleisungen.
Du magst dich ja selbst für allwissend, unantastbar und außergewöhnlich halten, ich hingegen sehe hinter der Fassade lediglich Hinweise auf eine tiefgreifende Persönlichkeitsstörung.
Dein Verhalten ist dieses Forums absolut unwürdig.
Deine durchaus auch qualifizierten Beiträge können allerdings nicht als Rechtfertigung hierfür dienen.
Ich verstehe tatsächlich nicht, wieso die Moderatoren hier nicht endlich härter durchgreifen.
Aus meiner Sicht solltest du dir einen anderen Zeitvertreib suchen, damit tust du nicht nur diesem Forum einen Gefallen, sondern möglicherweise auch dir selbst. ;)

Wurde alles schon gemacht. Gewisse User melden sich unter anderem Namen wieder an. Am Besten ignorieren und beim Thema bleiben.

Britta2

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3513 am: 15.10.2022 07:41 »
Hatte soeben aus reiner Neugierde Vergleichsportale für Versicherungen und Energie mit meinen Daten gefüttert und wollte nur mal wissen, welche Konditionen es jetzt so gibt. Mir wurde schlecht.
Ich habe im Juni neue Verträge abgeschlossen - würde ich das JETZT im Oktober tun müssen, wären es für wirklich jeden der Verträge fast/genau die doppelten Beträge. Somit 100% Preisaufschlag/Inflation. Besser wird es in 2023 ganz sicher nicht. Hier wird nicht mit Gas geheizt d.h. diese eine staatliche Maßnahme hilft hier also nicht, die Kinder sind erwachsen, bis Jahresende ist die Altersrente noch nicht erreicht ... Mehr als an den kommenden Tarifabschluss (wannimmer der tatsächlich irgendwann kommt) klammern geht also nicht.

Emmi87

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3514 am: 15.10.2022 08:23 »
Hatte soeben aus reiner Neugierde Vergleichsportale für Versicherungen und Energie mit meinen Daten gefüttert und wollte nur mal wissen, welche Konditionen es jetzt so gibt. Mir wurde schlecht.
Ich habe im Juni neue Verträge abgeschlossen - würde ich das JETZT im Oktober tun müssen, wären es für wirklich jeden der Verträge fast/genau die doppelten Beträge. Somit 100% Preisaufschlag/Inflation. Besser wird es in 2023 ganz sicher nicht. Hier wird nicht mit Gas geheizt d.h. diese eine staatliche Maßnahme hilft hier also nicht, die Kinder sind erwachsen, bis Jahresende ist die Altersrente noch nicht erreicht ... Mehr als an den kommenden Tarifabschluss (wannimmer der tatsächlich irgendwann kommt) klammern geht also nicht.

Viele sind in die Grundversorgung gerutscht und haben eigentlich „andere“ Preise die noch human sind. Aber neuverträge sind wirklich pervers…

Dean

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3515 am: 15.10.2022 09:50 »
Kinderzuschlag ? das ist 17 Jahre her... Zeit zur Umgewöhnung.

Ich möchte einwerfen, dass die EG6/Stufe 3 schon mehr ist, als einem Durchschnittsgehalt (2022 vorr. 38.901 = 1,0 Rentenpunkte) der soz.vers.pflichtig Beschäftigten entspricht.

Hallo Jockel,

die 38901,-€ sind nicht das Durchschnittsgehalt sondern das durchschnittliche Bruttoarbeitsentgelt aller Versicherten.

"...Das durchschnittliche Bruttoarbeitsentgelt aller Versicherten stellt die Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrates fest. Dabei stützt sie sich auf die Daten, die das statistische Bundesamt erhebt. Aktuell beträgt das jährliche vorläufige Durchschnittseinkommen 38.901 Euro...."
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Glossareintraege/DE/D/durchschnittseinkommen.html

---------------------------

"...Ein vollzeit­beschäftigter Arbeitnehmer verdiente im Jahr 2021 durch­schnittlich 4 100 Euro brutto im Monat. Sonder­zahlungen, zum Beispiel in Form von Urlaubs-, Weihnachtsgeld oder sonstigen Gratifikationen, sind hier noch nicht berücksichtigt...."
https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Verdienste/Verdienste-Verdienstunterschiede/verdienste-branchen.html

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3516 am: 15.10.2022 09:56 »
Wie würde das eigentlich aussehen, wenn sich irgendwann genug Akademiker finden würden, die eine eigene Gewerkschaft gründen um für >E9 zu verhandeln? ....Könnte Verdi das blockieren?
Marburger Bund macht das ja zB für die Ärzte

Es muss lediglich belegt werden, dass die Interesen aller Arbeitnehmergruppen nicht ernsthaft und wirksam berücksichtigt sind.

Dumdidum

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3517 am: 17.10.2022 09:14 »
Also ich glaube mittlerweile, dass es mittel- und langfristig keinen Sinn macht mit den aktuellen TVÖD-Entgelttabellen. Durch die Mindestbeiträge und Verdis Arbeit für die EG 1 - EG 8 rücken die Gruppen einfach nur immer enger zusammen. In vielen Entgeltgruppen macht die nächste EG "gerade mal" 50/60 Euro netto aus. Für das Geld würde sich auch nicht jeder wegbewerben wollen.

Ingenieuren und ITlern wird hier gerne Sozialneid vorgeworfen, aber mit dem aktuellen Mindestlohn von 12 Euro landet man irgendwo bei 2000-2200 Euro Brutto! Hiervon profitieren laut Bundesregierung 6 (!) Millionen Menschen in Deutschland. Im TVÖD liegen aktuell ausnahmslos alle hierüber. Mit zunehmender Berufserfahrung in EG 2 liegt man im ÖD 40% über dem erst seit kurzem so "hohen" Mindestlohn. Das muss man sich mal vorstellen. Und hier werden noch 500 Euro Mindestbeitrag gefordert.

Ich glaube es wäre sinnvoll, dass der TVÖD aufgeteilt wird und ab EG 9/10 separat verhandelt wird. In der freien Wirtschaft verdient man im Niedriglohnsegment teilweise deutlich unter TVÖD und in den Akademiker-Berufen deutlich über dem TVÖD.

Hier wird auch gerne mal mit dem Sozialneid argumentiert, dass die höheren Entgeltgruppen mehr vom Kuchen abhaben wollen. Aber das möchte ich noch etwas relativieren. Wenn es bspw eine Milliarde Euro für Lohnerhöhungen gibt, machen pauschal 10 Prozent insgesamt weniger für die Arbeitgeber aus, als 500 Euro für alle! Es gibt nunmal deutlich mehr Angestellte in den EG 2-9 als in EG 10-15.

Man könnte jetzt erahnen, dass ich etwas höher eingruppiert bin, aber das sind nunmal auch Fakten! Ich möchte niemandem zu nahe treten und weiß auch, dass niedrigere Lohngruppen von den Energiepreisen schlimmer betroffen sind. Aber im Vergleich gehts diesen auch besser als vergleichbaren Arbeitnehmern in ähnlichen Jobs.

Genau deswegen ist auch kaum jemand in höheren EG Verdi-Mitglied!


Queen of Spades

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3518 am: 17.10.2022 09:38 »
Wie würde das eigentlich aussehen, wenn sich irgendwann genug Akademiker finden würden, die eine eigene Gewerkschaft gründen um für >E9 zu verhandeln? Die TVöD Tabelle würde dann ja quasi oben abgeschnitten und Verdi verhandelt für diese nicht mehr. Schaffung eines neuen Tarifs. Aber wie würde das ablaufen? Könnte Verdi das blockieren?
Marburger Bund macht das ja zB für die Ärzte
Wir kennen die Zeiten der ötv..
Das waren noch Typen!
In Krisenzeiten..immer noch ein paar Prozente für den öffentlichen Dienst herausgeholt...
Was jetzt für Leute bei ver.di komba und co sitzen.
Erschreckend..
Wir sagen jetzt schon vorher.., eine enttäuschende Tarifrunde 2023 wird es geben.
Eine "hohe" Einmalzahlung plus bescheidende tabellenwirksame Erhöhung wirds geben..
Rechnet man das dann durch wird es Reallohnverlust geben...
Nur mal zur Info: Die Lebensmittelpreise werden > Frühjahr erst noch steigen..
Die Preissteigerungen bisher sind erst der Anfang....
Das explodiert im Frühjahr 2023 erst...

Warte doch einfach mal ab! So wie alle anderen auch.
Die Forderung ist klar. Lohnerhöhung von 10,5% bei 12 Monaten Laufzeit

Eine Einmalzahlung ist von AN Seite aus nicht ins Gespräch gebracht worden und wurde (so weit ich das lesen konnte) auch entschieden abgelehnt.

Herbert Meyer

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3519 am: 17.10.2022 09:42 »
Zitat

Warte doch einfach mal ab! So wie alle anderen auch.
Die Forderung ist klar. Lohnerhöhung von 10,5% bei 12 Monaten Laufzeit

Eine Einmalzahlung ist von AN Seite aus nicht ins Gespräch gebracht worden und wurde (so weit ich das lesen konnte) auch entschieden abgelehnt.

Worauf warten? Darauf, dass die Arbeitgeberseite auf die Forderung von 10,5 Prozent antwortet "Hier haben Sie 20 Prozent, damit Ihre Kaufkraft zumindest annähernd erhalten bleibt". Ist das die Hoffnung, auf die Verdi baut?


Rumo1895

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3520 am: 17.10.2022 10:11 »
Wie würde das eigentlich aussehen, wenn sich irgendwann genug Akademiker finden würden, die eine eigene Gewerkschaft gründen um für >E9 zu verhandeln? Die TVöD Tabelle würde dann ja quasi oben abgeschnitten und Verdi verhandelt für diese nicht mehr. Schaffung eines neuen Tarifs. Aber wie würde das ablaufen? Könnte Verdi das blockieren?
Marburger Bund macht das ja zB für die Ärzte

Stichwort Tarifeinheitsgesetz - wenn Verdi (wie die EVG) die vertragliche Übereinkunft kippt dass das Gesetz keine Anwendung findet hat der Marburger Bund (oder vielmehr die AG-Seite) schnell ein (noch größeres) Personalproblem. Und es kann ja kaum im Interesse von Verdi sein den metaphorischen Kuchen mit einer zweiten Gewerkschaft zu teilen die explizit die oberen EG mit guten Tarifergebnissen bei Laune halten möchte.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3521 am: 17.10.2022 11:02 »
Dann müsste Verdi aber jeweils auf Betriebsebene nachweisen, dass sie in dem jeweiligen Betrieb mehr Mitglieder hat. In so manchem Betrieb kann aber bereits ein Mitglied reichen, um mehr Mitglieder als Verdi zu haben.

Acastus

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3522 am: 17.10.2022 11:38 »
Die Forderungen hätten viel höher sein müssen. Ist doch eh klar das Verdi 10.5 % nicht durchsetzten und auch der Mindestbetrag nicht bei 500 Euro liegen wird.

Prinzipiell bin ich jetzt erstmal gespannt wie die Verhandlungsrunden laufen und was drumherum passiert.

Queen of Spades

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3523 am: 17.10.2022 11:52 »
Die Forderungen hätten viel höher sein müssen. Ist doch eh klar das Verdi 10.5 % nicht durchsetzten und auch der Mindestbetrag nicht bei 500 Euro liegen wird.

Prinzipiell bin ich jetzt erstmal gespannt wie die Verhandlungsrunden laufen und was drumherum passiert.

Da bin ich in beiden Punkten voll bei Dir!

Zumindest, wenn die Prognosen der Inlation eintreffen. Sollte es, entgegen der Erwartung, bei 2% landen, wären die 10% doch top ;-)


Bastel

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3524 am: 17.10.2022 11:55 »
Bis März passiert hier ja nichts mehr ;D