Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 505575 times)

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2565 am: 22.09.2020 08:24 »
Die Website behauptet, der öD sei „Deutschlands größter Arbeitgeber“...

Wdd3

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« Antwort #2566 am: 22.09.2020 08:34 »
Woher kommt die absurde Idee, jemand sei ein Held, bloß weil er seinen Job gemacht hat?
Viele die ihren Job hätten machen können haben panisch "Corona" geschrienen und haben sich in ihrem Garten oder auf ihrem Balkon verschanzt. Für die sind andere die einfach ihren Job gemacht haben trotz der offensichtliche tödlichen Gefahr der man sich auf dem Weg zur Arbeit oder im Büro/Arbeitsplatz ausgesetzt hat mindestens so heldenhaft wie der Feuerwehrmann der eine Katze aus dem Baum rettet. 8)

Keeper83

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2567 am: 22.09.2020 09:09 »
Woher kommt die absurde Idee, jemand sei ein Held, bloß weil er seinen Job gemacht hat?

Weil so etwas niemals jemand öffentlich hinterfragen oder kritisieren würde, der noch einen Hauch an politischen Ambitionen in diesem Land hat. 

anonymous123456

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2568 am: 22.09.2020 09:12 »
Hallo,
was ich sehr interessant finde ist der gesonderte Verhandlungstisch der Sparkassen weil zwar viel gemeckert wird aber im Endeffekt geht es den meisten Sparkassen doch recht gut. Gerade im Vergleich zu den Großbanken.

Ich arbeite selber bei einer Sparkasse und das große Problem ist doch, dass die meisten Azubis nach der Ausbildung gar kein Bock haben zu bleiben, gerade aufgrund der mauen Eingruppierung bei TVÖD 5 oder 6. Es soll sogar Sparkasse geben die noch geringer einstufen. Von extern jemanden einzustellen ist noch schwieriger. Auch für eine EG 8 oder 9 kann man da niemanden wirklich locken.  Von qualifizierten Personal muss man gar nicht sprechen. 

Zudem wird oft begründet, dass aufgrund der Sparkassensonderzahlung die Entgelteingruppierungen etwas geringer sind. Das wäre dann Makulatur. Sollte da an der SSZ etwas negativ gedreht werden, werden noch mehr gute (insbesondere jüngere) Mitarbeiter das Weite suchen. Ehrlich gesagt, wenn ich noch einmal 23 wäre würde ich nichts anderes machen.  Gibt es da schon Forderungen seitens der Arbeitgeber?

Wdd3

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« Antwort #2569 am: 22.09.2020 09:13 »
Die Website behauptet, der öD sei „Deutschlands größter Arbeitgeber“...

Wenn man den "öD" als einzelnen AG ansieht ist das doch auch so...
Ist halt eine Frage der Perspektive.

Spid

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« Antwort #2570 am: 22.09.2020 09:15 »
Der öD ist aber kein einzelner AG - genau das ist der Punkt. Das hat mit Perspektive nichts zu tun, es ist objektiv falsch.

LeKai

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« Antwort #2571 am: 22.09.2020 09:17 »
Die Website behauptet, der öD sei „Deutschlands größter Arbeitgeber“...

Wenn man den "öD" als einzelnen AG ansieht ist das doch auch so...
Ist halt eine Frage der Perspektive.

Der ÖD ist allerdings kein einzelner AG, sondern tausende AGs.


Platten

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2572 am: 22.09.2020 09:29 »
Hallo,
was ich sehr interessant finde ist der gesonderte Verhandlungstisch der Sparkassen weil zwar viel gemeckert wird aber im Endeffekt geht es den meisten Sparkassen doch recht gut. Gerade im Vergleich zu den Großbanken.

Ich arbeite selber bei einer Sparkasse und das große Problem ist doch, dass die meisten Azubis nach der Ausbildung gar kein Bock haben zu bleiben, gerade aufgrund der mauen Eingruppierung bei TVÖD 5 oder 6. Es soll sogar Sparkasse geben die noch geringer einstufen. Von extern jemanden einzustellen ist noch schwieriger. Auch für eine EG 8 oder 9 kann man da niemanden wirklich locken.  Von qualifizierten Personal muss man gar nicht sprechen. 

Zudem wird oft begründet, dass aufgrund der Sparkassensonderzahlung die Entgelteingruppierungen etwas geringer sind. Das wäre dann Makulatur. Sollte da an der SSZ etwas negativ gedreht werden, werden noch mehr gute (insbesondere jüngere) Mitarbeiter das Weite suchen. Ehrlich gesagt, wenn ich noch einmal 23 wäre würde ich nichts anderes machen.  Gibt es da schon Forderungen seitens der Arbeitgeber?

Da geht es um die Schrottläden, die durch Misswirtschaft ihrer inkompetenten Führung schon lange in Schieflage geraten sind. Aber sich diese Fehler einzugestehen und somit einer Fusion zuzustimmen, geht natürlich nicht. Dann lieber die Verhandlungsführer vorschicken, damit die Angestellten im ganzen Land unter Ihrer Unfähigkeit mitleiden können. Typisch Provinzburgherren-Gehabe.

Die Verhandlungspartner wissen aber sicherlich, dass die Gehälter auch mit SSZ noch einige TEuro unter den Genossen und dem privaten Sektor liegen. Das wird sicher Beachtung finden.

Ohne SSZ wandern dann die Mitarbeiter halt nicht nur in andere Bereiche der Kreditwirtschaft ab, sondern auch noch in Heerscharen in die öffentlichen Verwaltungen. Denn mal ehrlich - warum sollte man sich den ständig präsenten Verkaufsdruck (im Falle der Marktbereiche) antun, wenn man für genau das gleiche Gehalt auch Amtsschimmel spielen kann?

Schokobon

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« Antwort #2573 am: 22.09.2020 09:33 »
Ich nehme an die Sparkassler, die heute noch dort sind, sind nicht mehr anderweitig verwendbar.
Demzufolge würde ich keine besonderen Personalbewegungen erwarten; selbst wenn Zahlungen komplett gestrichen würden.

Platten

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« Antwort #2574 am: 22.09.2020 09:42 »
Ich nehme an die Sparkassler, die heute noch dort sind, sind nicht mehr anderweitig verwendbar.
Demzufolge würde ich keine besonderen Personalbewegungen erwarten; selbst wenn Zahlungen komplett gestrichen würden.

In der Sparkasse Hinterbobbelhausen sicher. Andere Häuser suchen händeringend nach Personal.
Unser Haus ist inzwischen schon soweit, dass Überlegungen angestellt wurden, aus dem Arbeitgeberverband auszusteigen. Und zwar nicht, um Löhne zu drücken, sondern um wettbewerbsfähig bezahlen zu können.

Mehr Zwangsfusionen für nutzlose Pleitegeier würden hier gut tun.

DerLustigeOpa

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« Antwort #2575 am: 22.09.2020 09:50 »
Ich nehme an die Sparkassler, die heute noch dort sind, sind nicht mehr anderweitig verwendbar.
Demzufolge würde ich keine besonderen Personalbewegungen erwarten; selbst wenn Zahlungen komplett gestrichen würden.
Ich nehme an, dass diese Aussage auf Basis fachlich fundierter Erfahrungen getroffen worden ist.

Hängt, wie schon oft beschrieben, von den lokalen Gegebenheiten ab. Der mD bzw. die EGs 5-8 sind hier beispielsweise einerseits überlaufen von Bewerbern, jedoch sind da wenige dabei, die die Auswahlrunden "überstehen" und es gibt am Ende doch Probleme die Stellen zu besetzen. Inwieweit sich da Chancen für ehemalige Sparkassenmitarbeiter eröffnen, die abwandern wollen, bleibt abzuwarten.

Kryne

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« Antwort #2576 am: 22.09.2020 09:54 »
Die Website behauptet, der öD sei „Deutschlands größter Arbeitgeber“...

Wenn man den "öD" als einzelnen AG ansieht ist das doch auch so...
Ist halt eine Frage der Perspektive.

Der ÖD ist allerdings kein einzelner AG, sondern tausende AGs.

Der Bund wäre aber als ein AG zu betrachten oder schlüsselt man den noch auf Ministerien / Ämter auf ?

Selbst als einzelner AG hätte der Bund aber noch weniger Mitarbeiter als VW und die Deutsche Post.

Wdd3

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« Antwort #2577 am: 22.09.2020 09:58 »
Der öD ist aber kein einzelner AG - genau das ist der Punkt. Das hat mit Perspektive nichts zu tun, es ist objektiv falsch.

 Erklär das morgen Früh  mal deiner Bäckereifachverkäuferin. Es geht doch um die Mediale Wirkung, nicht um Tatsachen.

Spid

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« Antwort #2578 am: 22.09.2020 10:09 »
Die Website behauptet, der öD sei „Deutschlands größter Arbeitgeber“...

Wenn man den "öD" als einzelnen AG ansieht ist das doch auch so...
Ist halt eine Frage der Perspektive.

Der ÖD ist allerdings kein einzelner AG, sondern tausende AGs.

Der Bund wäre aber als ein AG zu betrachten oder schlüsselt man den noch auf Ministerien / Ämter auf ?

Selbst als einzelner AG hätte der Bund aber noch weniger Mitarbeiter als VW und die Deutsche Post.

Der Bund ist ein einzelner AG. Der öD besteht jedoch aus mehr als 10.000 AG.

Platten

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« Antwort #2579 am: 22.09.2020 10:11 »
Und zwar nicht, um Löhne zu drücken, sondern um wettbewerbsfähig bezahlen zu können.

Wenn es eine solche Überlegung ernsthaft geben sollte (und es nicht nur Geblubber ist), hätte man schon längst einen Weg auch innerhalb der Tarifverträge gefunden. Dazu braucht es keinen Austritt aus dem VKA. Ich halte diese Aussage daher allgemein für viele leere Worthülsen ohne Substanz dahinter.

Keine Ahnung, ich bin kein Experte für Tarifrecht. Da müsste uns ein Spid zur Hilfe kommen.
Aber grundsätzlich sind die AG schon ziemlich an die Vorgaben aus den Tarifverträgen gebunden. Jeden AT zu bezahlen macht keinen Sinn, wenn man in der Tarifunion ist, oder sehe ich das falsch?

Mir persönlich ist es egal, da wir in der IT durch Fachkräftezulage und großzügige Auslegung von Stufenlaufzeiten nicht schlecht da stehen. In anderen Bereichen werden einzelne Schlüsselpositionen auch AT vergütet.

Problematisch ist es auch nicht, teilmotivierte Schalterkräfte zu bekommen und zu halten. Die bekämen anderweitig auch keine besseren Konditionen - und werden auch in absehbarer Zukunft nicht mehr in dem Umfang benötigt, auch wenn man das nicht so direkt sagen darf... Essentielle Fachleute im Bereich Immobilen, Wertpapierhandel, Vermögensverwaltung oder Firmenkundenbetreuung werden eben woanders besser bedient, und dahin gehen sie dann auch.

PS: War jetzt wieder total unsozialistisch ausgeführt.. Sorry, wenn sich dadurch jemand auf den Schlips getreten fühlt.