Autor Thema: Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung  (Read 566698 times)

RsQ

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #6105 am: 09.10.2020 10:11 »
Ich sehe viele hier auf dem Land, die mit so kleinen Blechbüchsen wie Zoe, Polo, Golf und Co. durch die Gegend fahren. Ich halte solche Fahrzeuge in Bezug auf die Sicherheit nicht landstraßenfähig.

Der Umkehrschluss ist also: ALLE müssen mit einem gepanzerten SUV durch die Gegend fahren?

stefan77

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #6106 am: 09.10.2020 10:11 »
Hier in der Gegend ist man auf ein Auto angewiesen da der ÖPNV unter aller Kanone ist.

Firmenwagen kostet mich den geldwerten Vorteil per 1% Regelung und mehr nicht.

Privater PKW kostet mich die Anschaffungskosten, ggf Kapitalkosten, Reparaturen, TÜV, Versicherung, Tanken, Reifenwechsel.

Der erste Satz lässt darauf schließen, dass man sich im ländlichen Raum befindet und der Anfahrtsweg mutmaßlich deutlich über 20km liegen muss. Damit erhöht dich die 1% Regel schon auf 1,6% und mehr.

Firmenwagen dürfen teilweise auch nur aus einem vorgegebenen Pool an Fahrzeugen bezogen werden. Selbst wenn der VW up! als Pendlerfahrzeug für 20 km mehr als ausreichend ist, muss es der Ordnung halber aber mindestens ein VW Passat sein.

Ich bleibe dabei, ein Firmenwagen kostet in nahezu allen Fällen mehr Geld, als für die Mobilität eigentlich notwendig ist. Dafür habe ich mich in den letzten 5 Jahren viel zu viel mit den Themen von Mobilitätskonzepten beschäftigt.


Dem stimme ich eigentlich nicht zu.

Wenn man jetzt natürlich einen 8 Jahre alten Fiat Punto mit einem neuen VW Passat vergleicht, mag es hinhauen.
Oder in Städten, wo der ÖPNV super ausgebaut ist und ein Auto nur stört.


Aber viele Privatpersonen kaufen sich schon regelmäßig Neuwagen/Jahreswagen oder leasen diese sogar.
Und für diese Personen ist ein Firmenwagen absolut interessant.
- Kein Wertverlust (der höchste Kostenfaktor bei vielen Fahrzeugen)
- Keine Reparaturen (Winterreifen, Inspektionen)
- Kein Versicherung, keine Steuern, keine Spritkosten
=> Dafür dann 1 % plus 0,03 % je km vom Listenpreis.


Beispiel:
Kauf eines Wagens für 30.000 € oder Firmenwagen (Listenpreis) 40.000 €
- Kauf: Wertverlust Neuwagen in 3 Jahren ca. 10.000-15.000 €

- Firmenwagen: vereinfacht 1,6 % (20 km Entfernung) x 40.000 € = 640 €
- 640 € kostet einen Mitarbeiter durchschnittlich ca. 50-60 % = 350 € (vereinfacht)
- 350 € x 36 Monate = 12.600 €

Beim Kauf fehlen dann noch die o.g. Kosten (Versicherung, Reparaturen, Steuern, Tanken)
Und beim Thema Firmenwagen gib es häufig nach 3-4 Jahren ein neues Fahrzeug.


Aber:
Trifft natürlich, wie oben erwähnt, nur zu, wenn kein vernünftiger ÖPNV und man Wert auf ein schönes Auto legt.

BAT

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #6107 am: 09.10.2020 10:27 »

Der Umkehrschluss ist also: ALLE müssen mit einem gepanzerten SUV durch die Gegend fahren?

SUV sind aufgrund ihres hohen Schwerpunktes sicherheitstechnisch bedenklich.

Kaiser80

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #6108 am: 09.10.2020 10:41 »
Ich sehe viele hier auf dem Land, die mit so kleinen Blechbüchsen wie Zoe, Polo, Golf und Co. durch die Gegend fahren. Ich halte solche Fahrzeuge in Bezug auf die Sicherheit nicht landstraßenfähig.

Der Umkehrschluss ist also: ALLE müssen mit einem gepanzerten SUV durch die Gegend fahren?

Ja auf'm Land nur SUV! Und zwar "Top of the line"->  Canyonero!
Canyonero!
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Wdd3

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #6109 am: 09.10.2020 11:01 »
Canyonero!
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Schon interessant wie häufig die Simpsons hier Einfluss nehmen. Sind die eigentlich Systemrelevant?

Otto1

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #6110 am: 09.10.2020 11:05 »
Gibt es nicht seit neuestem Firmenwagen mit einer 0,5% Regelung, wenn sie eine Batterie haben?

AndreasG

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #6111 am: 09.10.2020 11:09 »
Gibt es nicht seit neuestem Firmenwagen mit einer 0,5% Regelung, wenn sie eine Batterie haben?

Ja. Für BEV gibt es die 0,5% Regelung statt der 1% Regelung.

Kaiser80

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #6112 am: 09.10.2020 11:09 »

Schon interessant wie häufig die Simpsons hier Einfluss nehmen. Sind die eigentlich Systemrelevant?
Für mich zweifelsohne!

Wdd3

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #6113 am: 09.10.2020 11:09 »
Gibt es Autos ohne Batterie? 8)
Du meinst sicher einen Elektro- bzw. Hybridantrieb.

Wdd3

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #6114 am: 09.10.2020 11:13 »

Schon interessant wie häufig die Simpsons hier Einfluss nehmen. Sind die eigentlich Systemrelevant?
Für mich zweifelsohne!

https://www.youtube.com/watch?v=dsoEf8Yqe3I

Dann sollte dies zum Thema passen.

RisikoNRW

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #6115 am: 09.10.2020 11:40 »
Aber viele Privatpersonen kaufen sich schon regelmäßig Neuwagen/Jahreswagen oder leasen diese sogar.
Und für diese Personen ist ein Firmenwagen absolut interessant.
- Kein Wertverlust (der höchste Kostenfaktor bei vielen Fahrzeugen)
- Keine Reparaturen (Winterreifen, Inspektionen)
- Kein Versicherung, keine Steuern, keine Spritkosten
=> Dafür dann 1 % plus 0,03 % je km vom Listenpreis.


Beispiel:
Kauf eines Wagens für 30.000 € oder Firmenwagen (Listenpreis) 40.000 €
- Kauf: Wertverlust Neuwagen in 3 Jahren ca. 10.000-15.000 €

- Firmenwagen: vereinfacht 1,6 % (20 km Entfernung) x 40.000 € = 640 €
- 640 € kostet einen Mitarbeiter durchschnittlich ca. 50-60 % = 350 € (vereinfacht)
- 350 € x 36 Monate = 12.600 €

Beim Kauf fehlen dann noch die o.g. Kosten (Versicherung, Reparaturen, Steuern, Tanken)
Und beim Thema Firmenwagen gib es häufig nach 3-4 Jahren ein neues Fahrzeug.


Aber:
Trifft natürlich, wie oben erwähnt, nur zu, wenn kein vernünftiger ÖPNV und man Wert auf ein schönes Auto legt.

Natürlich, eine gewisse Infrastruktur (sowohl was Straßen, als auch Schienen betrifft) ist schon nützlich, wenn man ausweichen möchte. In dem Beispiel oben fehlt mir aber eine entscheidende Komponente. Die Kosten für den Arbeitgeber. Diese "Mehrkosten" könnte man ja durchaus auch in "Mehrgehalt" umwandeln.

Andersrum habe ich gerade mein ÖPNV-Ticket (110 Euro) gekündigt (wirklich gute ÖPNV-Infrastruktur, Ballungsraum, trotzdem meckern alle immer). Wir fahren als Familie mit drei Kindern einen Diesel, Format groß und kastenartig (vorher 3-Türer-Kleinwagen bis zum dritten Kind). Der Plan war jetzt eigentlich die Anschaffung eines Zweitwagens der Kategorie Elektro-Kleinstwagen. Unter 250 Euro laufende Kosten kommt man aber definitiv nicht. Egal wie rum ich das drehe. Bestellt haben wir jetzt statt dessen ein e-Lastenrad und im Frühjahr kommt ein ePedelec dazu. Damit schaffe ich die 13km zur Arbeit auch in etwa 45 Minuten problemlos. Dagegen bin ich mit dem Auto 30 Minuten unterwegs, und der ÖPNV braucht je nach Fahrweg zwischen 35 und 45 Minuten. Ich hoffe, dass das die richtige Entscheidung für die nächsten drei bis fünf Jahre war.

Detlev

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #6116 am: 09.10.2020 11:52 »
Ich finde, die Tabelle des TVöD muss neu strukturiert werden. Nur 6 Erfahrungsstufen finde ich zu wenig und die Stufenlaufzeit in Stufe 5 ist zu lang. 4 Jahre sind gerade noch verschmerzbar.

Meiner Meinung nach sollte die Zahl der Stufen von 6 auf 12 oder 14 erhöht werden. Die Entgeltabstände zwischen den Stufen müssen meines Erachtens nicht unbedingt 300 Euro und mehr betragen (vgl. ab E 9b), 200 Euro würden genügen. Dieses "Minder" würde durch die zusätzlichen Stufen, die dadurch garantierte längere automatische Entgelterhöhung auf dem Lohnzettel im Laufe des Berufslebens und durch die z.T. kürzeren Stufenlaufzeiten (höchstens 4 Jahre) kompensiert.

Zudem sollte bei Höhergruppierungen die in der alten Entgeltgruppe und -stufe bereits zurückgelegte Stufenlaufzeit angerechnet werden. Dann ist nämlich egal, zu welchem Zeitpunkt eine Höhergruppierung erfolgt und man muss nicht länger bis zum nächsten Stufenaufstieg warten als in der alten Engeltgruppe.

Warum ich mir wünsche, die Stufen und die Laufzeiten, wie oben beschrieben, zu ändern?
Es ist doch so: Sagen wir, ein Ingenieur hat sein Studium beendet und ist im Zeitpunkt der Einstellung 23 Jahre alt. Kommt heute durchaus vor.
Er wird in die Entgeltgruppe 11 eingruppiert. Nach meiner Erfahrung (bin selbst im öffentlichen Dienst beschäftigt, aber kein Ingenieur ;)) ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Ingenieur im Laufe seines Berufslebens höhergruppiert wird, ziemlich gering; nach oben gibt es nicht viele Stellen.
Er wird also voraussichtlich immer in der Entgeltgruppe 11 bleiben. Das bedeutet, dass er bei jetziger Tabellenstruktur nach 15 Jahren die Stufe 6 und damit sein Endgehalt erreicht. Dann ist er gerade einmal 38 Jahre alt und hat noch rund zwei Drittel seines Berufslebens vor sich. Von mehr als von (in der Regel bescheidenen) Tariferhöhungen wird er nicht mehr profitieren. Spätestens jetzt verliert der Ingenieur die Motivation an der Arbeit bzw. an seinem Arbeitgeber, weil für ihn dort nichts mehr "zu holen" ist. Er hat keine Perspektiven mehr. Das wissen auch viele Berufsanfänger und entscheiden sich daher (und aus weiteren Gründen) für die Privatwirtschaft. Dort sind die Perspektiven häufig besser.

Durch eine Erweiterung der Entgelttabelle um mehr Erfahrungsstufen wird auch die Zeit der Gehaltserhöhungen durch regelmäßige Stufenaufstiege erweitert, z.B. bis zum 50. Lebensjahr oder etwas länger. Das dürfte die Motivation des Ingenieurs zumindest ein wenig erhöhen. Bis zur Rente ist es dann nicht mehr so weit hin.
Das Gesagte gilt freilich auch für alle anderen Berufsgruppen.

FGL

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« Antwort #6117 am: 09.10.2020 12:07 »
Ja auf'm Land nur SUV! Und zwar "Top of the line"->  Canyonero!
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65 tons of American Pride!
Ah, I see you're a man of culture as well.

Spid

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« Antwort #6118 am: 09.10.2020 12:08 »
Ich finde, die Tabelle des TVöD muss neu strukturiert werden. Nur 6 Erfahrungsstufen finde ich zu wenig und die Stufenlaufzeit in Stufe 5 ist zu lang. 4 Jahre sind gerade noch verschmerzbar.

Meiner Meinung nach sollte die Zahl der Stufen von 6 auf 12 oder 14 erhöht werden. Die Entgeltabstände zwischen den Stufen müssen meines Erachtens nicht unbedingt 300 Euro und mehr betragen (vgl. ab E 9b), 200 Euro würden genügen. Dieses "Minder" würde durch die zusätzlichen Stufen, die dadurch garantierte längere automatische Entgelterhöhung auf dem Lohnzettel im Laufe des Berufslebens und durch die z.T. kürzeren Stufenlaufzeiten (höchstens 4 Jahre) kompensiert.

Zudem sollte bei Höhergruppierungen die in der alten Entgeltgruppe und -stufe bereits zurückgelegte Stufenlaufzeit angerechnet werden. Dann ist nämlich egal, zu welchem Zeitpunkt eine Höhergruppierung erfolgt und man muss nicht länger bis zum nächsten Stufenaufstieg warten als in der alten Engeltgruppe.

Warum ich mir wünsche, die Stufen und die Laufzeiten, wie oben beschrieben, zu ändern?
Es ist doch so: Sagen wir, ein Ingenieur hat sein Studium beendet und ist im Zeitpunkt der Einstellung 23 Jahre alt. Kommt heute durchaus vor.
Er wird in die Entgeltgruppe 11 eingruppiert. Nach meiner Erfahrung (bin selbst im öffentlichen Dienst beschäftigt, aber kein Ingenieur ;)) ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Ingenieur im Laufe seines Berufslebens höhergruppiert wird, ziemlich gering; nach oben gibt es nicht viele Stellen.
Er wird also voraussichtlich immer in der Entgeltgruppe 11 bleiben. Das bedeutet, dass er bei jetziger Tabellenstruktur nach 15 Jahren die Stufe 6 und damit sein Endgehalt erreicht. Dann ist er gerade einmal 38 Jahre alt und hat noch rund zwei Drittel seines Berufslebens vor sich. Von mehr als von (in der Regel bescheidenen) Tariferhöhungen wird er nicht mehr profitieren. Spätestens jetzt verliert der Ingenieur die Motivation an der Arbeit bzw. an seinem Arbeitgeber, weil für ihn dort nichts mehr "zu holen" ist. Er hat keine Perspektiven mehr. Das wissen auch viele Berufsanfänger und entscheiden sich daher (und aus weiteren Gründen) für die Privatwirtschaft. Dort sind die Perspektiven häufig besser.

Durch eine Erweiterung der Entgelttabelle um mehr Erfahrungsstufen wird auch die Zeit der Gehaltserhöhungen durch regelmäßige Stufenaufstiege erweitert, z.B. bis zum 50. Lebensjahr oder etwas länger. Das dürfte die Motivation des Ingenieurs zumindest ein wenig erhöhen. Bis zur Rente ist es dann nicht mehr so weit hin.
Das Gesagte gilt freilich auch für alle anderen Berufsgruppen.

Wenn man von einem ausgesprochen dummen Ingenieur ausginge, dessen Motivation dadurch entsteht, daß ihm jahrzehntelang vorenthalten wird, ist das sicher eine tolle Idee.

Wdd3

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« Antwort #6119 am: 09.10.2020 12:18 »
Bestellt haben wir jetzt statt dessen ein e-Lastenrad und im Frühjahr kommt ein ePedelec dazu. Damit schaffe ich die 13km zur Arbeit auch in etwa 45 Minuten problemlos. Dagegen bin ich mit dem Auto 30 Minuten unterwegs, und der ÖPNV braucht je nach Fahrweg zwischen 35 und 45 Minuten. Ich hoffe, dass das die richtige Entscheidung für die nächsten drei bis fünf Jahre war.

Ich fahre 8,5 km mit dem ePedelec in 20 Min. Davon 5 km durch die Stadt. Mit dem Auto brauche ich 30-45 Min. je nach Verkehrslage.